Grote, Hermann, Numismatiker (1802-1895). Eigenh. Brief mit U.

Hannover, 26. XII. 1866.

3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.

 350.00

An den Historiker und Numismatiker Josef von Bergmann (1796-1872), Direktor des Münz- und Antikenkabinetts der Ambraser Sammlung, mit einer Anfrage zu Münzen und Medaillen der Familie Isenburg: "Ich habe einen Aufsatz über die Medaillen und Münzen des Hauses Isenburg gemacht, der druckfertig liegt; ich wünsche denselben vorher thunlichst zu vervollständigen, und da ich vermuthe, daß die interessanteren in Appel's Repertorien beschriebenen Stücke auf einem oder dem anderen Wege in das k. k. Cabinet gelangt sind, so bitte ich Sie, mit Ihrer gewohnten Gefälligkeit, mir einen zeichnungsfähigen Abdruck der Medaille [...] zu verschaffen [...]". Anschließend kritisiert Grote, der nach der Revolution von 1848 seinen Posten im königlichen Münzkabinett in Hannover verloren hatte, Bergmanns zeitgeschichtliches Ordnungssystem aufgrund der herrschenden politischen Instabilität: "Ich empfehle Ihnen aber dringendst, sich mit einer Anordnung des Cabinets nach den neuesten Begebenheiten, ja nicht zu übereilen, sondern lieber erst das Ende der begonnenen Revolution zu erwarten. Es mag wohl jemand den Beruf in sich verspüren, durch einen verrätherischen Coup d'état den Tiger der Revolution loszulassen, aber den Beruf, ihn wieder anzuketten, hat noch jedesmal ein Anderer gehabt. Nicht jeder ist, um mit Louis Philippe zu sprechen, aus dem Holze, aus welchem man deutsche Kaiser schnitzt; das Holz ist nur in Lothringen gewachsen. Ich sehe das Ende mit Sicherheit voraus. Wir erhalten eine deutsche Republik une et indivisible à la 1848, und zwar sehr bald, und nach 2 Jahren kömmt dann der deutsche Louis Napoleon mit Namen: Franz Joseph!! Hurrah!!! [...]".

Mit Stempel der Handschriftensammlung J. K. Riess.

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