Niemeyer, August Hermann, evangelischer Theologe, Pädagoge und Dichter (1754-1828). Eigenh. Brief mit U.

Halle, 1. V. 1819.

2 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief).

 1,500.00

An Konsistorialrat Kohlrausch in Münster: "Ich eile, m. hochgeehrter Hr., Ihnen umgehend über H. Rink Auskunft zu geben. Sie können schwerl[ich] einen [...] kathol. Schulman[n] vorstellen. Er steht am Gymnas. zu Heiligenstadt & ist den 30 näher als den 20. Er besitzt Sprach- & Sachkenntniße, ist ein sehr denkender Kopf naeml. über Sprachstudium, weiß auch Mathematik u[n]d hat richtige pädagogische didaktische Ansichten. Ich würde ihn so wie ich ihn in der Prüfung habe kennen lernen, unbedenkl. wählen. Für untere Stellen ist er zu gut - die von H. Gesenius empfohlenen bringe ich auch ins Andenken. An unsrem Padag[ogium] [!] steht ein Dr. Mensing seit mehren Jahren, der auch erst nach u[n]d nach, da er gut an 30 Jahren hat, eine Beförderung wünscht. Er ist Mathematicus aber gar nicht Philologe. Französische Sprache, Geographie, deutsche Sprache kann er mit Nutzen lehren; ist auch ein sehr guter Musiker & Hornist [?]. Er steht hier gegen 600 R. die Ration eingerechnet u[n]d kaum so hoch. Ich habe keinen Auftrag von ihm. Aber er würde, glaub' ich, gern, selbstständig werden, was er in seiner itzigen Lage nicht werden kann. Wäre das ein Mann für Sie? Endl. bin ich mit der N[euen] A[uflage] m[einer] Grunds[ätze] zu fried[en]. Auch der 3t Theil hat viel Umarbeitung erfahren. Ueber die neuesten Bestrebungen [...] habe ich mich, nach meiner besten Ueberzeugung, offen ausgesprochen. Es wird hie & da - vielleicht auch oben mißfallen. In meine Schlußwünsche stimmen Sie gewiß der Hauptsache nach ein [...]".

Bl. 2 mit einem kleinen Ausriss durch Siegelbruch (dieses erhalten).

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