Kempner-Hochstädt, Max, Schriftsteller (1863-1934). Eigenhändige Sentenz mit U.

Rapallo, 21. VI. 1928.

3 SS. auf 3 Bll. Folio (178:262 mm). Jedes Blatt hs. paginiert und aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

 450.00

"Seit mehreren Jahren im Auslande lebend, möchte ich die Binsenwahrheit aussprechen, dass man aus der Distanz Vorzüge wie Fehler seiner Heimat und seiner Landsleute besser beurteilen lernt. Und da kann ich nur meiner heiligsten Überzeugung Ausdruck verleihen, daß das deutsche Volk ganz sicher einer neuen großen Zukunft entgegengeht, wenn es seine hohen Vorzüge wie Pflichtreue, Arbeitsamkeit und organisatorischen Sinn bewahrt, resp. steigert und seine alten Fehler wie Streitsucht, Kleinigkeitskrämerei und Verfolgung Andersdenkender verringert oder noch besser ganz ablegt [...] Früher wurde ich, ich gestehen es offen, selbst als wir auf dem Gipfel politischer Macht und materiellen Reichtums standen, niemals so recht meines Deutschtums froh, heute liebe ich mein niedergerungenes Vaterland von ganzem Herzen und ganzer Seele [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928).

Die Sentenz bei der Veröffentlichung in Druckschrift wiedergegeben.

Koslowsky 73.

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