Reuter, Gabriele, Schriftstellerin (1859-1941). Eigenhändige Sentenz mit U., eh. ausgefülltem Formularteil und eh. Namenszug.

Berlin, o. D.

1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Bordüre, gedr. Fußzeile "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'" und gedr. Formular für biograph. Daten, aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

 350.00

"Man nennt Deutschland das Herz Europas. Möge dieser symbolische Name uns zur ernsten Mahnung werden, über dem Ringen nach Geltung, geistiger Bedeutung, neuer Wohlhabenheit die Pflege des Herzens nicht zu vergessen. Herz u. Gemüt galten einst als die schönsten Kleinodien der deutschen Krone. Heut betrachtet man sie als Eigenschaften, die überwunden werden müssen. Das ist ein böser Irrtum. Die Kräfte des Gemüts entströmen einem stark schlagenden Herzen [...]".

Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Die Sentenz bei der Veröffentlichung in Druckschrift wiedergegeben.

Nach ihrem großen Erfolgsroman "Aus guter Familie" (Fischer, Berlin 1895) und einigen Jahren engerer Kontakte zur Kooperative am Tessiner "Monte Verità" - aufgefangen im autobiographischen Roman "Benedikta" (Seyfert, Dresden 1923) - und späteren gedämpften Erfolgen, hatte Gabriele Reuter 1927 eines ihrer letzten Werke "Töchter" (Ullstein, Berlin) veröffentlicht. "Schon zu Lebzeiten in Vergessenheit geraten, wurde sie Anfang der 1980er Jahre im Rahmen kritischer Untersuchungen zur Weiblichkeit um 1900 wiederentdeckt" (NDB XXI, 469f.).

Koslowsky 30.

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