Salus, Hugo, Gynäkologe und Schriftsteller (1866-1929). Eigenhändige Sentenz, das Gedicht "Glocke im Tal", mit U., eh. ausgefülltem Formularteil und eh. Namenszug.

Prag, o. D.

1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Bordüre, gedr. Fußzeile "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'" und gedr. Formular für biograph. Daten, aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

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Das Gedicht mit drei Strophen zu je vier Zeilen: "Dies grüne, schmale Tal entlang / Schallt heute voller Glocken Klang, / Hätt' diese Stimme, stark und laut, / dem Kirchlein gar nicht zugetraut. // Die Glocke sagt mir: Schweige du! / Glaubst wohl, das Weltall hört dir zu, / Wenn du nach deiner Flöte greifst / Und drauf dein Kinderliedlein pfeifst? [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Die Sentenz bei der Veröffentlichung in Druckschrift wiedergegeben.

Zeitlebens seinem ärztlichen Beruf nachgehend, wird Hugo Salus den bedeutenderen Vertretern der deutschen Prager Literatur zugerechnet. Er war Mitglied im Schriftsteller- und Künstlerverein "Concordia" und kannte Heinrich Vogeler, der z. B. sein Büchlein "Trostbüchlein für Kinderlose" illustrierte, wie auch Arnold Schönberg, der zwei seiner Gedichte vertonte.

Koslowsky 209. Das Gedicht wurde ferner unter dem leicht abgewandelten Titel "Glocke und Tal" in Salus' Band "Die Harfe Gottes. Gedichte" (Wien, Phaidon, 1928) abgedruckt.

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