Schücking, Levin, Anglist und Literatursoziologe (1878-1964). Eigenhändige Sentenz mit U., eh. ausgefülltem Formularteil und eh. Namenszug.

Leipzig, o. D.

1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Bordüre, gedr. Fußzeile "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'" und gedr. Formular für biograph. Daten, aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

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"Von einer Zukunft Deutschlands kann man letzten Endes so wenig sprechen, wie ich von einer Zukunft des Armes oder Beines an meinem Körper sprechen würde. Denn der Krieg und seine Folgen haben uns gelehrt, daß alle Völker nur Glieder eines Leibes sind. Wenn sich in ihm nicht die 'gesunden Säfte' sozialer und nationaler Gerechtigkeit, sondern die Krankheitsstoffe von Faschismus und Nationalismus durchsetzen, werden alle Glieder, darüber auch Deutschland, zu Grunde gehen [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Die Sentenz bei der Veröffentlichung in Druckschrift wiedergegeben.

Levin Schücking wirkte bis Mitte der 1920er Jahre als Vorsitzender der "Schlesischen Abteilung der Deutschen Friedensgesellschaft" sowie bis in die 1930er als Mitglied der DDP. Er lehnte zahlreiche Rufe (nach Halle, Bern, Basel und Köln) ab und wurde schließlich 1925 Ordinarius in Leipzig (vgl. NDB XXIII, 633f.).

Mit feinen Ein- und kleinen Ausschnitten im Formularteil, leicht fingerfleckig.

Koslowsky 329.

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