"Zusammenzwingen" - Fidus' eigenes Lebenskonzept als Erfolgsrezept für Deutschland

Fidus (d. i. Hugo Höppener), Zeichner und Illustrator (1868-1948). Eigenhändige Sentenz mit U., eh. ausgefülltem Formularteil und eh. Namenszug

Woltersdorf bei Erkner, Berlin, o. D.

1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Bordüre, gedr. Fußzeile "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'" und gedr. Formular für biograph. Daten, aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

 550.00

"Deutschlands Niedersinken und Wiederaufkommen sieht jeder Denkende anders, und das ist gerade das Schicksal dieses am meisten und tiefsten denkenden Volkes - die Masse meine ich nicht! Erst wenn wieder ein stammeseigener Großer, ein Wollender bereit sein wird, dies deutsche, duitsche, tuistische, zwistige ja dwatsche Volk zusammenzuzwingen, wird es auch sichtbar wiederaufsteigen [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Die typische Selbstbezeichnung Fidus' als "Künstler des Lichtbaren" findet sich im Formularteil.

Fidus, der in jungen Jahren der Lebensreformbewegung und der ersten Kommune Karl Wilhelm Diefenbachs angehört hatte, wandte sich zur Zeit der Weimarer Republik stärker der Theosophischen Philosophie und Gesellschaft, wie auch der Völkischen Bewegung und dem Nationalsozialismus zu. In seinen den Nudismus idealisierenden Illustrationen treffen in der Manier des Jugendstils Elemente der christlichen Kultur auf nordisch-germanische und nationalsozialistische Symbolik. Hermann Hesse schrieb einen Bewundererbrief an Fidus, Adolf Hitler schätzte Fidus' antikatholisches Bild "Pax Vobiscum" (1910), verbot jedoch dessen Hitler-Portrait (1941).

Koslowsky 66.

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