[Sternkreuzorden]. Vier gestochene Listen von neu aufgenommenen und kürzlich verstorbenen Sternkreuzdamen mit allegorischen Kupferstichillustrationen.

O. O., 1786-1831.

Zusammen 4 Bll. Gr.-Folio (630:358 mm bis 688:352 mm).

 1,800.00

Der Sternkreuzorden wurde am 3. Mai 1668 durch Kaiserin Eleonore, die dritte Gattin Kaiser Ferdinands III., errichtet. 1688 wurde der Orden von der Kaiserin Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg, Gattin Leopolds I., neu konstituiert und zum höchsten adeligen Damenorden erhoben. Als Gebetsgemeinschaft gegründet, rückten später Adelsmotive in den Vordergrund. Die Ahnenprobe musste bis 1918 acht adlige Urgroßeltern des Vaters und weitere acht der Mutter nachweisen. Aufnahmen erfolgen bis heute am 3. Mai, dem Tag der Ordensgründung, durch die als "höchste Ordensschutzfrau" bezeichnete Großmeisterin, die immer eine Erzherzogin ist.

Die vorliegenden Listen umfassen die Jahre 1786, 1820-21, 1823-25 und 1829-31. Entsprechend den strengen Aufnahmekriterien entstammen die Kreuzdamen der österreichischen und europäischen Hocharistokratie. Die Listen werden von Erzherzoginnen eröffnet, gefolgt von anderen Mitgliedern regierender Häuser. 1820-21 wurden die Schwestern Maria von Sachsen (1796-1865) und Maria Anna von Sachsen (1799-1832), die in das Haus Habsburg eingeheiratet hatten, sowie Lucia Migliacco, Herzogin von Floridia, die 1814 in morganatischer Ehe König Ferdinand I. von Sizilien geheiratet hatte, aufgenommen. Am 3. Mai 1825 erfolgte die Aufnahme der Sophie Friederike von Bayern, Erzherzogin von Österreich und Mutter von Kaiser Franz Josef, sowie der Amalie Auguste von Bayern, späteren Königin von Sachsen. Besonders viele prominente Neuzugänge wurden am 3. Mai 1831 verzeichnet, darunter Maria Anna von Savoyen, spätere Kaiserin von Österreich, die spanische Königin Maria Christina von Neapel-Sizilien, Auguste von Bayern, Herzogin von Leuchtenberg, Ludovika Wilhelmine von Bayern, die Mutter der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, und Eugénie de Beauharnais nach ihrer Heirat mit Konstantin von Hohenzollern-Hechingen. Auf diesem Plakat ist auch der Tod der Erzherzogin Maria Beatrice d’Este am 14. November 1829 verzeichnet.

Die Kupferstichillustrationen sind zwei Variationen einer Allegorie auf die Gründung des Sternkreuzordens. Das Plakat von 1786 wurde mit einem Kupferstich von Johann Christoph Winkler nach einem Entwurf von Vinzenz Fischer gedruckt. Es zeigt die Ordensgründerin Kaiserin Eleonore, die in einem Triumphwagen zum Lamm Gottes geführt wird. Die katholischen Tugenden weisen den Weg; ein Engel mit Fanfare präsentiert das Ordenszeichen und das Ordensmotto "Das ist der Sieg welcher die Welt überwindet". Die Verbundenheit des Ordens mit den Jesuiten findet ebenfalls Betonung. Die späteren Plakate zeigen eine leicht veränderte Version dieser Allegorie aus der Hand des Wiener Kupferstechers Leopold Beyer.

Insgesamt wohlerhalten, minimal stockfleckig und angeschmutzt. Bei der Illustration des Plakats von 1786 handelt es sich um einen späten Abzug mit entsprechenden Detail- und Kontrastverlusten; ein durch Tintenfraß verursachter Fleck betrifft den Kupferstich. Der Kupferstich von Leopold Beyer ist jeweils in guten Abzügen vertreten, wobei die Druckplatte zumindest einmal kopiert wurde.

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