Feith, Gustav, Maler (geb. 1875). 3 eigenh. Briefe und 7 eh. Bildpostkarten mit U.

Wien und Königstetten, um 1915.

Zusammen 13½ SS. 8vo.

 180.00

Inhaltsreiche Briefe mit umständlicher Schilderung seines Leids: “Verzeihen hochgeehrter Herr Stadtrat gütigst einem Wiener Künstler, der, den Leidenskelch zur Neige geleert, keinen anderen Weg mehr weiß, als sich an Euer Hochwolgeboren zu wenden [...] Ich befinde mich seit 15 Jahren in [der] Kunstanstalt Jos. Eberle VII. Schottenfeldgasse in Condition, welche ich damals nach 12 monatl. Pflege als Geheilter der Heilanstalt ‘Alland’ betrat. Ich mußte damals aus Gesundheitsrücksichten die gelernte Lithografie im Stiche lassen und wendete mich über Anraten des selig. Prof. Hofrats Schrödter, der mich gut kannte, der Zeichnerei auf Papier zu. In meiner heutigen Condition besorge ich die Entwürfe für alle Drucksorten der Lithografie. Leider zum Untergang meiner Gesundheit. Inmitten von Druckern, Schriftsetzern in bleistaubiger Luft und Lärm geistig arbeitend - kein Atom frische Luft, Sauerstoff - werde ich in Treiberei halb zu Tode gehunzt [...]” (Br. v. 6. VIII. 1915).

Bei Ferdinand Pamberger die Kunst der Lithographie erlernend, war Feith ein Vierteljahrhundert lang in genannter graphischer Anstalt tätig. Feith war Mitglied des Albrecht-Dürer-Bundes und schuf vorwiegend Landschaften und Blumenstücke. Vgl. Vollmer II, 86.

Die Bildpostkarten meist mit Abbildungen von Werken Veiths (Mozarts Geburtshaus, Schubert, Lanner u. a.) und mehrfach nur mit eh. Adresse und U.; die Br. auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.

In altem Sammlungsumschlag.

Stock Code: BN#6336 Tag: