Schroff, Karl Damian Rt. von, Mediziner (1802-1887). Eigenh. Brief mit U.

Wien, 23. VI. 1862.

2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert.

 120,00

An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Ihre Angelegenheit wird künftigen Samstag zur Versammlung kommen, indem an diesem Tage eine Professorensitzung abgehalten werden wird, in welcher ich auf Ihre Zulassung zum Colloquium antragen werde. Ich zweifle nicht, daß mein Antrag keinen Widerspruch erfährt [...]".

Schroff war Professor der allgemeinen Pathologie, Therapie und Materia medica an der Chirurgenschule in Olmütz, Primararzt an der Prager Irrenanstalt und Physikus des Prager Taubstummen-Instituts. Seit 1835 lehrte er an der Universität Wien, zunächst als Professor am Kurs für Wundärzte und später als Professor der allgemeinen Pathologie, Pharmakognosie und Pharmakologie; 1856 wurde er Rektor der Universität, 1860 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. Mit seinem Bruder Emanuel Stephan gemeinsam, der dasselbe Lehrfach an der medizinisch-chirurgischen Josephsakademie vertrat, verfaßte er eine "Arzneimittellehre und Receptirkunde". Maßgeblichen Anteil hatte er an der völlig neu gestalteten 5. Ausgabe der "Österreichischen Pharmakopöe" (1855), welche die Arzneikörper erstmals in alphabetischer Reihenfolge erfaßte.

Rudolf Rt. von Vivenot jun.

der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-1884) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-1838) und Bruder des Historikers Alfred (1836-1874) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-1846) - zählt zu den Pionieren der „experimentell-physiologische Richtung der Klimatologie“ in Wien. „Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße“ (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59).

Die Recto-Seite von Bl. 1 mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.

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