Witsius, Hermann. Miscellaneorum sacrorum libri quatuor, cum tabulius aliquot aeneis. Editio tertia (secunda), prioribus emendatior, cui accessit oratio de auctoris vita indexque rerum locupletissimus.

Herborn, Johann Nicolaus Andreae, 1712.

2 Bde. (22), 26, 54, (6), 859, (73) SS. (16), 951, (57) SS. Gedruckter Titel in rot und schwarz. Mit gest. Titel und 8 gest. Tafeln (dav. 4 gefaltete; eine mit aufmontiertem Klappvorhang). Pergamentbände der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. 4to.

 600,00

Umfangreiche Sammlung exegetischer Abhandlungen ("De prophetis & prophetia", "De tabernaculi Levitici mysteriis", "De IV bestiis Danielis", "De cultu Molochi" etc. Mischexemplar der dritten bzw. zweiten Ausgabe (beide 1712). Der westfriesische reformierte Theologe Hermann Wits (1636-1708) "studirte zu Utrecht, Leiden und Gröningen, und machte unter Anführung J. Leusdenii, in den orientalischen Sprachen so gute Progressen, daß er 1654 eine hebräische Oration de Messia, öffentlich zu Utrecht halten konte" (Jöcher). 1675 wurde er als Prediger nach Franeker berufen, 1685 begleitete er als Prediger die holländische Gesandtschaft an König James II. nach England. Er war "ein Mann von vortrefflichen Gaben, und besaß alle Eigenschaften eines gelehrten Theologi" (ebd.).

Teils im hebräischen bzw. griechischen Satz. Die Kupfer zeigen den Bau und die Anlage des Tempelzeltes, ein Vollbrandopfer (Holokaustum), die Schmückung des Goldaltars, die Cherubim über der Bundeslade mit Kultgegenständen, jüdische Hohepriester in ihrer Tracht sowie den jüdischen Hohen Rat (Sanhedrin; Synedrium). Auf der das Innere des Tempelzelts darstellenden Tafel ist die Bundeslade durch ein aufklappbares Vorhangstück (ebenfalls im Kupferstich) verhängt.

Titel mit hs. Besitzvermerk "H.D.T. 1712". Vorsatz des 1. Bands mit hs. Besitzvermerk (um 1750) des Siebenbürger ev. Theologen Lukas Colb (1680-1753). "In seine Amtszeit fiel ein steuerrechtlicher Streit mit der weltlichen Obrigkeit, die das alte Zehntrecht der evang. Landeskirche in Siebenbürgen anfocht. In Verteidigung dieses Rechts ließ Colb die Urkunden des Burgenländischen Kapitulararchivs abschriftlich zu Quellenbänden zusammenstellen, die später der Geschichtsforschung wertvolle Einblicke in die Geschichte Siebenbürgens ermöglichten" (DBE). Zuletzt in der Sammlung des Kirchenhistorikers Alfred Raddatz (1928-2006), Professor für Kirchengeschichte, christliche Archäologie und kirchliche Kunst an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Wien.

Jöcher IV, 2028 (mit ausführlicher Inhaltsangabe). Biogr. Lex. v. d. Gesch. v. h. Ned. Prot. 456, 58.

Art.-Nr.: BN#16334 Schlagwörter: , ,