"Kafka m'a dit"

[Kafka, Franz]. - Janouch, Gustav, Schriftsteller (1903-1968) / Malraux, Clara, Schriftstellerin (1897-1982). Dossier zu den "Gesprächen mit Kafka".

Prag, 1947-1952.

I: Manuskript von Clara Malraux. 100 Bll., teils beidseitig beschrieben. 4to.

II: Typoskript. 74 Bll., einseitig beschrieben. 4to.

III: Typoskript "Anmerkungen und Erläuterungen". Titel und 19 einseitig beschr. Bll. 4to. Mit zahlreichen Beilagen (s. u.).

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Die "Gespräche mit Kafka", die der Prager Autor Gustav Janouch nach eigener Angabe 1920 als 17-Jähriger geführt und später aufgezeichnet hatte, erschienen 1951 bei S. Fischer und machten in der Kafkaforschung sogleich Furore. Wie Janouch in der erweiterten Ausgabe 1968 schrieb, kam es schon "sehr bald zu einer französischen, italienischen, schwedischen, amerikanischen, südslawischen, spanischen - ja! - und sogar zu einer japanischen Ausgabe" (S. 7). Das vorliegende Dossier enthält (I) das 100 teils beidseitig beschriebene Blatt umfassende Werkmanuskript von Clara Malraux, die für Calmann-Lévy in Paris die französische Übersetzung besorgte, welche 1952 erscheinen sollte, sowie (II) eine 74 Blatt starke, unvollständige maschinschriftliche Fassung bis Kapitel 60 ("Franz Kafka parle ... Souvenirs et notes").

Die Anmerkungen in der deutschsprachigen Erstausgabe stammten von Jana Vachovec, der Frau von Janouchs Freund Georg Vachovec, die 1947 unter dem Pseudonym "Alma Urs" von dessen Erinnerungsbuch ein maschinschriftliches Original nebst 2 Durchschlägen angefertigt hatte (S. 13f.). Wie der Vergleich zeigt, muss es sich bei dem hier vorliegenden (III) deutschsprachigen Typoskript der "Anmerkungen und Erläuterungen" um einen dieser beiden Durchschläge handeln. Die Anmerkungen folgen in ihrer Numerierung noch Janouchs Unterteilung in Kapitel, während sie im Buch auf Seitenzahl und Zeile verweisen; überdies enthalten sie noch kleine Fehler, die in der Buchausgabe korrigiert wurden (so etwa heißt Otto Pick im Typoskript noch "Oskar", und Brods Gattin Else wurde im Typoskript noch am 21. IX. 1890 und nicht am 21. VIII. 1883 geboren). Umgekehrt finden sich allerdings auch in der Buchausgabe kleine Fehler, die im Typoskript noch korrekt waren: So ist etwa das Geburtsjahr von Felix Weltsch unstrittig 1884 und nicht, wie es in der Buchausgabe heißt, 1889 (Anm. zu S. 23, Zeile 2).

Neben den erwähnten Originalmanuskripten und -typoskripten enthält das Dossier noch eine nicht von Claire Malraux stammende hs. französische Fassung der "Anmerkungen und Erläuterungen" (46 einseitig beschr. Bll.) sowie ein unvollständiges Typoskript davon (24 Bll. inkl. einiger Doubletten), 6 Aufsätze über Kafka aus den 1940er und 1950er Jahren, zahlreiche bis in die 1990er Jahre hineinreichende, meist französische Zeitungsausschnitte zu Kafka und einen eigenh. Brief mit U. von Gustav Janouch an Max Brod (dat. 6. III. 1950, 2 SS. auf Doppelblatt, 8vo; in tschechischer Sprache).

I + II: in gutem Zustand; III: fleckig und merklich lädiert infolge starker Inanspruchnahme (vgl. hierzu die erweiterte Ausgabe S. 14f.).

I: Gespräche mit Kafka. Erinnerungen und Aufzeichnungen. Frankfurt a. M., S. Fischer, 1951 (EA).

II: Erweiterte Ausgabe. Ebd., 1968.

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