Eigentum

Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter (1749-1832). Eigenh. Gedichtmanuskript mit U.

O. O., Februar 1825.

Qu.-8vo (ca. 120 x 196 mm). Tinte auf Papier (Albumblatt). Unter Passepartout und Glas gerahmt.

 58.000,00

Sechszeiliges Gedicht, in Cottas Ausgabe letzter Hand von 1827 unter dem Titel "Eigenthum" erstabgedruckt: "Ich weis daß mir nichts angehört / Als der Gedanke der ungestört / Aus meiner Seele will fließen; / Und jeder günstige Augenblick / Den mich ein liebendes Geschick / Von Grund aus läßt genießen".

Wahrscheinlich ist das Gedicht bereits 1774 entstanden, in welchem Jahr sich Goethe mit den Memoiren von Pierre de Beaumarchais beschäftigte, denn offenbar geht es auf eine Stelle in dessen "Addition au Supplement du Memoire à consulter" zurück, die lautet: "Assuré, que rien ne m'appertient véritablement au monde que la pensée que je forme et le moment où j'en jouis".

Etwas gebräunt bzw. leicht braunfleckig, im ganzen jedoch von sehr schöner Erhaltung. Provenienz: Laut rückseitiger Bezeichnung aus der Sammlung des Berliner Bankiers Alexander Meyer-Cohn (1853-1904), "zusammengestellt unter der Aegide von Erich Schmidt, vom dem auch der Versteigerungskatalog stammt, vor ca. 45 Jahren" (dat. Mai 1951). In Stargardts Auktionskatalog der Sammlung Meyer Cohn von 1905/06 ist das Stück allerdings nicht verzeichnet. Es gelangte am 19. September 1922 bei Henrici in Berlin zur Versteigerung (Kat. 79, Nr. 305: "Prachtstück", Schätzpreis 48.000 Mark). Die von Henrici erwähnte Rahmung ist zweifellos die noch heute bestehende.

Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Bd. 1, S. 114.

Art.-Nr.: BN#56202 Schlagwort: