[Sumerischer Gründungsnagel]. Keilschrift-Gründungsnagel aus der Zeit der Herrschaft von Ischme-Dagan.

Südliches Mesopotamien, 1953-1935 v. Chr.

Ton, 155 mm Länge, ca. 52 mm Durchmesser. In maßgefertigter Halbmaroquinkassette.

 12.500,00

Gründungsnagel aus hellem Ton mit einem flachen Ende auf der Breitseite und einer abgerundeten Spitze auf der anderen Seite. Die Inschrift, die etwa drei Viertel des Nagels umlaufend bedeckt, stammt von Ischme-Dagan, dem vierten König der Ersten Dynastie von Isin. Er herrschte über das südliche Mesopotamien. Dieser Gründungsnagel bezeugt, dass unter seiner Herrschaft die Stadtmauern von Isin verstärkt wurden. Die Übersetzung der Inschrift lautet: "Als Ischme-Dagan, der Starke, König von vier Regionen, den Tribut von Nippur abschaffte und seine Soldaten vom Dienst befreite, errichtete er den großen Wall von Isin. Der Name dieses großen Walles lautet: Ischme-Dagan ist dank Enlil der Arm des großen An".

Gründungsnägel waren in Mesopotamien und insbesondere bei den Sumerern ab dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung verbreitet. Sie bestanden fast immer aus Ton, wobei dieser vor dem Brennen mit einer Widmung in Keilschrift versehen wurde. Der ausgehärtete Tonkegel wurde dann wie ein Nagel in die noch feuchte Tonwand eines wichtigen Gebäudes gesteckt, oft ein Tempel, und hielt fest, welcher König den Bau veranlasst hatte.

Provenienz

Französische Privatsammlung, 1980er Jahre; daraus verkauft bei Piasa, Paris, 25. November 1996, Los 126.

Zustand

Intakt und nur minimal abgerieben, die Inschrift hervroragend erhalten.