"Wie steht es mit dem Rosencavalier?"
Eigenh. Brief mit U.
2 SS. auf Doppelbll. 8vo.
€ 3.500,00
An einen nicht namentlich genannten Adressaten mit der Bitte um Zusendung von Notenpapier: "Ich muß Sie heute um eine große Gefälligkeit bitten: mir ist mein Notenpapier ausgegangen, das ich - das einzig schreibbare - seit 30 Jahren aus Paris beziehe (zuletzt durch Max Bullinger in München). Dies auch der Grund, warum ich die Adresse nicht mehr genau weiß. Würden Sie nun die große Güte haben, mir bei Lard Esnault (Bellamys succ[esseur]) Paris (ich glaube rue Septembre, nahe der Oper) 100 Bogen 26zeiliges Partiturnotenpapier stehendes Format ebenso 100 Bogen 28zeiliges [und] 100 Bogen 30zeiliges - besorgen zu lassen u. durch die Gesandtschaft express auf kürzestem Wege hieherschicken zu lassen? Ich arbeite an einem Klavierconzert für Wittgenstein u. sehe mich heute plötzlich auf dem Trockenen sitzen [...] Wie steht es mit dem Rosencavalier? Wir hatten hier eine unbeschreiblich schöne, unübertreffliche Aufführung des Intermezzos! Schade, daß Sie es nicht hören konnten [...]".
Strauss' "Panathenäenzug" op. 74 erfuhr seine Uraufführung am 16. Jänner 1928 in Berlin; Bruno Walter dirigierte, Paul Wittgenstein saß am Klavier. Die Wiener Erstaufführung des "Intermezzo" hatte am 15. Jänner stattgefunden; zu hören waren hier u. a. Lotte Lehmann und Alfred Jerger als Christine und Robert Storch, Richard Strauß selbst schwang den Taktstock zu der von Lothar Wallerstein geschaffenen Inszenierung.
Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. Mit kleiner vertikaler Faltspur.






