Brief von Schreiberhand (J. A. F. John) mit eigenh. Empfehlung und U. ("ergebenst JWvGoethe").
2 SS. auf Doppelblatt. 4to. Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand.
€ 18.000,00
An den Drucker Wilhelm Reichel, der eine zentrale Rolle bei Goethes Korrekturen an der Ausgabe letzter Hand spielte. Mit einer bedeutenden Passage zum Tod Herzog Carl Augusts ("er hat viele Tausende betroffen und mich besonders"): "Ew. Wohlgeboren verfehle nicht baldigst zu vermelden: daß gleich nach Abgang meines Letzteren die Aushängebogen glücklich angekommen sind; wie denn auch indessen das nach Mailand bestimmte Paket in Ihren Händen seyn wird [...] Bey dem Schluß des VI. Bandes ist weiter nichts zu erinnern, er kann nach der kleinen Ausgabe abgedruckt werden".
Wilhelm Reichel (1783-1849) war Faktor und Korrektor bei Goethes Verleger Cotta. Er war maßgeblich an der Ausgabe letzter Hand beteiligt, indem er Goethes Anweisungen entgegennahm und bei der Umsetzung der Edition mithalf. "Ich bin überzeugt daß Ew. Wohlgeboren als vormals der Unsrige, den großen erlittenen Verlust aufrichtig theilen; er hat viele Tausende betroffen und mich besonders. Sie aber werden mit uns allen aufgerichtet seyn, wenn Sie vernehmen daß unser neuer Landesherr [Großherzog Carl Friedrich, der älteste Sohn von Carl August], durch Wort und That den bisherigen Zustand gesichert, den edlen und kräftigen Gang der Geschäfte gefördert und dergestalt den schönsten Wirkungen für die Zukunft freye Bahn gegeben hat. Mir ward die Vergünstigung mich in den ersten Trauertagen aufs Land zu begeben, wo ich noch verweile [...]". Goethe hatte sich nach dem Tod Carl Augusts auf das herzogliche Schloß Dornburg zurückgezogen, um dem Begräbnis (und seinem 79. Geburtstag) zu entgehen und neuen Lebensmut zu schöpfen.
Meyer und Ernst, Lagerkatalog 70 (Berlin 1939), Nr. 80.
Mit einigen Falzrissen.
WA-Nr. 44218.





