"Diese wenigen Blätter sind voll Geist und Werth"

Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter (1749-1832). Brief mit eigenh. U. ("G").

Weimar, 1. VI. 1805.

1 S. auf Doppelblatt. 4to. Der Text aus der Hand von Goethes Sekretär F. W. Riemer. Wasserzeichen: Posthorn im Schild (I. Honig & Zoonen).

 15.000,00

An den Redakteur Heinrich Carl Abraham Eichstädt, dem er seine kritische Besprechung der Riepenhausenschen Umrisskupfer zu den Polygnotischen Gemälden schickt: "[...] Ein Wort über die Riepenhausenschen Arbeiten liegt auch bey. Prof. Meyer ist schon an die Kupferplatte gegangen und das Programm hoffe ich, soll ohne sehr weitläufig zu seyn, doch genugsam interessant werden. Einige sehr schöne kurze Aufsätze über das Orchester [von Zelter] sende gleichfalls mit dem Vorschlag sie nach und nach unter den Strich zu bringen. Es wäre freylich gut, wenn jede Abtheilung für sich ganz eingerückt werden könnte. Diese wenigen Blätter sind voll Geist und Werth. Geheimrath Wolf ist angekommen und grüßt zum schönsten. Herrn Hofrath Voß haben wir leider umsonst erwartet. Mögen Ew. W. nicht in diesen Tagen etwa zu Mittag bey uns einsprechen [...]".

In der am 1. Juli in der Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung erschienenen Besprechung der Kupferfolge der Brüder Riepenhausen äußert Goethe scharfe Kritik an den romantischen Tendenzen der Malerei. Der Philologe Eichstädt (1772-1848), Professor der Eloquenz und Poesie in Jena, war Redakteur der "Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung", die Goethe 1804 mitbegründet hatte, insgesamt leitete und rege förderte. Der erwähnte Professor Meyer war der Maler Heinrich Meyer, Goethes rechte Hand in Kunstangelegenheiten, auch als "Kunschtmeyer" oder "Goethemeyer" bekannt.

Zustand

Spuren alter horizontaler Querfaltung. Im Bug bzw. Gegenblatt Spuren alter Registraturheftung; am 1. Blatt alt paginiert "275".

Literatur

WA-Nr. 05097.

Art.-Nr.: BN#68424 Schlagwörter: ,