[VERKAUFT]

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Anfrage

Erstdruck zweier Schubert-Lieder, vom Komponisten eigenhändig paraphiert

Schubert, Franz, Komponist (1797-1828). Memnon, Antigone und Oedip, v. J. Mayrhofer, und Am Grabe Anselmo's von Claudius. Für eine Singstimme mit Piano-Forte in Musik gesetzt [...] 6tes Werk.

Wien, Diabelli und Comp., [1821].

11 SS. Titel und Notendruck durchgehend gestochen. Qu.-Folio.

Erste Ausgabe mit Schuberts eigenhändigen Kontrollvermerk ("Sch[ubert] m[anu] p[ropria] 220") am letzten Blatt verso und der gedruckten Widmung an den Regisseur des k. k. Hofoperntheaters Michael Vogl. Wesentlich seltener als die im selben Jahr erschienene Erstveröffentlichung Schuberts, kein Exemplar auf internationalen Auktionen der letzten Jahrzehnte nachweisbar. Die eigenh. Kontrollvermerke Schuberts auf den Frühdrucken seiner Lieder sind in den Unterlängen bekanntlich meist stark beschnitten, im vorliegenden Exemplar jedoch setzte Schubert seine eigenh. Paraphe und Numerierung 5 mm über dem Papierrand, weswegen diese hier unberührt vorliegen. Beim letzten im Handel nachgewiesenen Exemplar von Schuberts Opus 6 (Schneider 282 [1985], 128) war der Kontrollvermerk gar "weitgehend abgeschnitten" (ebd.).

Die Eigenhändigkeit der Kontrollvermerke galt nach E. Hilmars “Anmerkungen zu Schuberts Erstdrucken” (in: Florilegium Musicologicum 1988, 145-154) als nicht gesichert; zuletzt argumentierte aber Drüner sehr überzeugend für deren Authentizität: ”The problem is indeed more complicated for opuses 1-7 and 96, and in these cases Hilmar’s refusal is too categorical. His main arguments are not correct [...] It is almost certain that on the occasion of the publication of his opus 1-7, Schubert proudly followed the examples given to him by Johann Nepomuk Hummel, who signed his opuses [...] Hummel and Schubert were pupils of Salieri who taught both of them the highest editorial precision. Therefore, the idea of signing definitely came from Schubert [...]” (Otto Haas, Catalogue 40 [2003], S. 16). Zum Schriftvergleich vgl. die ebendort abgebildeten Paraphen auf den S. 16 (von der Hand Schuberts) u. 17 (von fremder Hand), erstere ident mit der auf unserem Exemplar vorgefundenen. Vgl. weiters die beiliegende Abbildung von Schuberts identer Paraphe auf seinem Opus 4 ("Brahms himself identifies Schubert's hand on his copy of 'Der Wanderer' [...]", Sotheby's 17. V. 2002, lot 169].

Sauberes, gänzlich unbeschnittenes Exemplar. So schön wie vorliegend von größter Seltenheit.

Deutsch 541, 542, 504. Hirsch IV, 479.