Franz II. (I.), röm.-dt. (österr.) Kaiser (1768-1835). 7 Briefe mit eigenh. U.

Wien, 1792.

Zusammen 5¾ SS. auf 14 Bll. 4to.

 3.500,00

Dienstschreiben an Karl Graf von Zinzendorf (1739-1813), den Präsidenten der Neuen Hofrechnungskammer: "Ich habe bereits unterm 2. Hornung l. J. an die Hofrechenkammer den Auftrag erlassen, daß selbe auf die baldige Unterbringung des bei der Statthalterei Buchhalterey in Ofen angestellet gewesenen, und nur wegen Mangel der lateinischen Sprache in den Quieszentenstand verfallenen Raitoffiziers [!] Franz v. Felsenburg den sorgsamen Bedacht nehmen soll; da nun durch den Todfall des Raitraths Mathias Petrowitz bey der hiesigen städtischen Buchhalterey eine Erledigung sich ergeben hat, so wird von Seite der Hofrechenkammer bei Besetzung dieser Stelle auf den besagten Felsenberg die vorzügliche Rücksicht zu tragen seyen [...]" (Br. v. 24. November 1792).

Karl Graf Zinzendorf hatte seit 1784 den Vorsitz der Robotaufhebungskommission inne; 1792 wurde er Staats- und Konferenzminister und Mitglied des Staatsrats, 1800 Landmarschall von Niederösterreich. Von 1801 bis 1813 Landkomtur des Deutschen Ordens in Österreich, war Zinzendorf 1808 vorübergehend dirigierender Staats- und Konferenzminister. "Zinzendorf war ein Vorkämpfer des Freihandels und lehnte den Merkantilismus ab. Seine seit 1782 geführten Tagebücher, die über sechzig Bände umfassen, sind eine bedeutsame kulturgeschichtliche Quelle" (DBE). Zu Zinzendorf, der für die Geschichtsforschung vor allem auf Grund seines zeitlebens geführten Tagebuchs von großem Interesse ist, vgl. Christine Lebeau: Die Tagebücher des Grafen Karl von Zinzendorf. In: Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch. Hg. v. J. Pauser, M. Scheutz und T. Winkelbauer. Wien 2004 (= MIÖG Ergbd. 44), S. 796-800.

Art.-Nr.: BN#26352 Schlagwort: