Ibn Saiyid an-Nas / Kosegarten, Johann Gottfried Ludwig. Carminum orientalium triga. Arabicum Mohammedis ebn seid-ennas Iaameritae Persicum Nisami Kendschewi Turcicum Emri.

Stralsund, Carl Löffler, 1815.

144 SS. Marmorierter Pappband der Zeit. Dreiseitig gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.

 650,00

Einzige Ausgabe dieser Textedition, kommentierten lateinischen Übersetzung und freien deutschen Nachbildung eines arabischen Gedichts von Ibn Saiyid an-Nas, eines persischen von Nizami und eines türkischen von Emri. Nach der Dissertation die erste größere wissenschaftliche Publikation des später als Berater und Redaktor von Goethe bei dessen Divandichtung verdienten jungen Gelehrten Johann Gottfried Ludwig Kosegarten (1792-1860), Ludwig Gotthards Sohn. Von besonderem Interesse ist Kosegartens umfangreicher Bericht über seine Studienzeit in Paris (1812-14), wo er als erster deutscher Orientalist die in Frankreich übliche Ausbildung in Arabisch, Persisch und Türkisch erhielt. Die Zeugnisse seiner Lehrer (darunter Sylvestre de Sacy, Langlés, Abel de Remusat, Schahan a Schirbied und Kieffer) sind teilweise in Briefen an den Autor am Schluß abgedruckt. 1817 wurde Kosegarten in Jena Professor für orientalische Sprachen. "Diese Berufung wurde für ihn besonders dadurch wichtig, daß er damals in nähere Beziehung zu Goethe trat [...] Kosegarten hatte nämlich die Aufgabe, Goethes Kenntnisse der Originale zu fördern und ihn bei der Redaction der neuen Ausgaben des Divans im Jahre 1819 zu unterstützen. Wie hoch Goethe ihn als Gelehrten und zuverlässigen Charakter stellte, geht theils aus seinen Briefen, theils aus seinen Bemerkungen in den Noten und Abhandlungen zum Divan und in den Tages- und Jahresheften 1820 hervor" (ADB XVI, 742).

Papierbedingt etwas gebräunt; hs. Schenkungsvermerk ("Dr. Vermehren", dat. 1816) am vorderen Innendeckel. Obwohl die von Löffler beanspruchte Druckerei mit arabisch-persischen wie auch griechischen Typen ausgestattet war, war für die Passagen in Sanskrit und Armenisch kein entsprechender Typenschatz vorhanden. Die wenigen Textstellen (S. 48-49) wurden deshalb von einem Sprachkundigen (möglicherweise vom Verfasser selbst?) handschriftlich in Tinte nachgetragen.

GAL II, S. 85. Hamberger/Meusel XVIII, 420. Brunet VI, 15940. Graesse IV, 45. Goedeke XVI, 605, 1 und XVII, 749, 1.