Frühe Polemik gegen die Türken

[Turci]. Tractatus quidam de Turcis.

Nürnberg, Conrad Zeninger, [nach 3. V.] 1481.

22 Bll. (a7, b8, c7: ohne das erste und letzte weiße Blatt). 32 Zeilen, gotische Type. Durchgehend rubriziert, mit 3 vierzeiligen Lombardinitialen und roter Federwerksverzierung zu Textbeginn. Hellbrauner Lederband im Stil der Zeit mit Streicheisenlinien und gepr. Deckeltitel "Tractatus De Turcis". 4to.

 15.000,00

Dritte Ausgabe dieser Kampfschrift gegen die Türken. Enthält vorwiegend auf dieselben bezogene Prophezeiungen von Merlin, Cyrillus, Joachim von Fiore, der Hl. Hildegard, Katharina von Siena, Methodius, etc. Zugleich einer der frühesten Texte mit Ungarnbezug und einer der wenigen Drucke aus Zeningers Offizin: "Conrad Zeninger (aus Mainz) druckte in den Jahren 1480-82 nur etwa 10 Bücher" (Halle 70). Die auf den König von Ungarn bezügliche Prophezeiung auf Bl. a[5]r abgedruckt bei Fraknói Vilmos, "Schlauch Lörincz szatmári püspöknek Török János által gyüjtött könyvtára", in: Magyar Könyvszemle 2 (1877), S. 77-90, hier: 77f. (vgl. Apponyi). Datierung: Erwähnt auf Bl. A[4]v den Tod Mehmets II.

Gering gebräunt und unten durchgehend etwas wasserrandig; das erste und letzte Blatt vorsichtig gewaschen. Minimaler Papierdurchbruch in Bl. 1 (ohne Textberührung); letztes Blatt behutsam restauriert. Im unteren Rand schwach erkennbare spätere hs. Seitenzählung. Vereinzelte Marginalien des 16. Jahrhunderts. Schöner, durchgehend rubrizierter Druck dieser seltenen Schrift.

HC 15681. Goff T-503. GW M48133. BMC II, 460. BSB-Ink T-437. Oates 1077. Proctor 2229. Walsh I, 794. Pellechet 11154. Halle 70 (Newe Zeitungen), 11. Apponyi 10. Hohenemser 2169. Geldner I, 173.