"Die Stellung der Frau": Ursprünge des Feminismus und Bismarcks Sozialistengesetzgebung

Bebel, August, Politiker und Publizist, Mitbegründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (1840-1913) Eigenh. Brief mit U.

Borsdorf (bei Leipzig), 27. VIII. 1883.

4to (140 x 210 mm). 2 SS. auf 2 Bll.

 2.500,00

Gehaltvoller Brief an einen ungenannten Empfänger, der Bebel eine "gute und zutreffende" Abhandlung überschickt hatte, zu der er eine Rezension "in einer mir zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschrift" in Aussicht stellt. Hinsichtlich der "Stellung der Frau" weiche Bebels Position jedoch ab, und er verweist auf seine sich "unter der Presse" befindliche Schrift, die in der "Vereinsbuchhandlung Hottingen-Zürich erscheint". Hierbei handelt es sich um die zweite Auflage von Bebels meistverbreiteter und meistübersetzter Schrift, "Die Frau und der Sozialismus", die erstmals 1879 erschien und umgehend verboten wurde. Die hier erwähnte zweite Auflage, die Engels' "Anti-Dühring" verarbeitete, war während Bebels Leipziger Gefängnishaft entstanden. Sie erschien im Oktober 1883 unter dem Titel "Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" und wurde bereits am 2. November 1883 verboten.

Auch wenn Bebels Schrift hinter den Ansprüchen des modernen Feminismus zurückbleibt, kann die Bedeutung des Werks, das damals als "durch und durch revolutionärer" Beitrag zur "Vergiftung des gemeinen Mannes" (Bismarck) empfunden wurde und zur Verlängerung des Sozialistengesetzes beitrug, für die Geschichte der Frauenbewegung kaum hoch genug eingeschätzt werden.

Zustand

Minimal angeschmutzt, Falt- und Knickspuren, rückseitig Montagespuren.

Art.-Nr.: BN#65651 Schlagwörter: , ,