Eigenh. Schreiben mit U. ("G").
7 Zeilen auf Doppelblatt. Folio.
€ 14.000,00
Nachbemerkung zu einem Brief von Franz Kirms, der in der Weimarer Hoftheaterkommission für Verwaltung und Finanzen zuständig war, in dem dieser über den Schauspieler und Regisseur August Wilhelm Iffland berichtet: "Daß H. Iffland wünscht, den Tasso so gestrichen zu bekommen, wie er hier gestrichen ist, kommt mir bedenklich vor, und es geschieht wahrscheinlich Wolf[f]s wegen, daß er dieses Stück einstudieren lassen will. Er sagte mir zu jener Zeit, ich möchte dies Stück gerne in Berlin geben: Allein es gehörte zu dessen Aufführung ein gesittetes Publicum, wie das hiesige ist, und ein anderes Haus, wo man nicht zu bellen braucht, um verstanden zu werden. Ein ander Mahl fragte er mich, ob Wolf[f]s Gastrollen geben dürften? Sie hätten ihn in Leipzig deshalb sehr angegangen. Dabey versicherte er mich, er würde niemand von dem hiesigen Theater Gastrollen gestatten […] niemahls aber würde er wieder vom Weimarischen Theater engagiren, wenn auch ganz Berlin auf ihn eindringen sollte […]". Goethe äußert dazu: "Vorstehende Gründe überzeugen mich, so dass ich meine Einwilligung in die Absendung einer redigirten Abschrift von Tasso nicht versagen kann. G". Der von Goethe über alles geschätzte Iffland gastierte an allen bedeutenden Bühnen im deutschsprachigen Raum, in Weimar gleich mehrere Male.
Ifflands Worten zum Trotz sollte es im Monat darauf dennoch zu dem Gastspiel von Pius Alexander Wolff und dessen Gattin Amalie Wolff-Malcolmi in Berlin (und zuvor noch in Leipzig) kommen; Goethe selbst war hingegen bestrebt, seinen Künstlern Gastspiele zu untersagen, um hierdurch die Gefahr der Abwerbung zu bannen.
Stargardt, Auktion 327 (Berlin 1931), Nr. 6.
WA-Nr. 06131a (nach dem Katalogabdruck bei Stargardt).






