Rudolf II., Kaiser. [Aufruf zum Gebet gegen die Türken]. Gedrucktes Mandat.

Wien, 14. VIII. 1592.

Einblattdruck. 1 S. Qu.-Folio (499:354 mm). Mit papiergedecktem Siegel über rotem Wachs. Gefaltet.

 1.500,00

"Die niederösterreichische Regierung erneuert das 1566 erflossene Mandat hinsichtlich des Gebets zur Abwendung der Türkengefahr und verordet, daß die 'Camerbotten, neben' diesem Generale, auch das 'getruckte Gebet, welches' Johann Kaspar, Bischof von Wien, 'wider die Erdbiden und den Erbfeindt, auff der Cantzeln verlesen lassen, in gueter anzall außtragen, außtailen, und menigklich zu anraitzung Andachts und Gebets, mitthailen sollen'" (Starzer).

Nachdem sich der seit Mitte des Jahrhunderts währende ständige Kleinkrieg an der Grenze zwischen Habsburgern und Türken zunehmend zu einem offenen Krieg ausweitete, sollte Rudolf II. im Oktober 1592 den Friedensvertrag mit dem Osmanischen Reich formell aufkündigen; mit der Schlacht bei Sissek im Juni 1593 brach der Lange Türkenkrieg aus.

Dorsalvermerke des 17. Jhs. zum Inhalt. Etwas knittrig; kl. Papierdurchbruch und geringe Bräunung im Bug. Unter dem Urkundentext rechts: "Commissio domini electi imperatoris in consilio". Links mit eigenh. Zeichnung des niederösterreichischen Statthalters Ruprecht von Stotzingen und des Dr. Elias Corning, rechts des Dr. V. Spindler sowie einer weiteren Beamtenunterschrift.

Starzer, Regesten aus dem k. k. Archiv für Niederösterreich (1906), Nr. 5601.