Mayr, Heinrich von. Malerische Ansichten aus dem Orient, gesammelt auf der Reise Sr. Hoheit des Herrn Herzogs Maximilian in Bayern nach Nubien, Aegypten, Palaestina, Syrien und Malta im Jahre 1838 [...]. Vues pittoresques de l'Orient [...].

[München/Paris/Leipzig, Kaiser & Lacroix; Rittner & Goupil; Weigel, 1839-1840].

Lithogr. Titel und 60 lithogr. Tafeln, alle im originalen Handkolorit, die Schrift teils goldgehöht. Mit 10 gedr. Textbögen. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. Folio (390 x 510 mm). Dabei: Die Uebergangsländer von Asien und Afrika, begreifend: Arabien nebst Mesopotamien und Syrien und das Nilgebiet. München, C. Wenng, 1845. Gest. Karte im Grenzkolorit der Zeit. 640 x 544 mm. Maßstab 1:7,000,000.

 35.000,00

Einzige Ausgabe in der seltenen Variante mit allen Tafeln und dem prachtvollen Originalkolorit: "Published in ten parts. The plates show costume of the period and also that of earlier times, taken from paintings [of the Holy Land]" (Hiler). Die malerischen Ansichten, darunter Kairo, Alexandria, Jerusalem, La Valletta, Luxor, Theben u. a., Genreszenen und Landschaften jeweils mit einer Rahmenbordüre umgeben und zu einem kleinen Gemälde komponiert. Der aus Nürnberg gebürtige Genre- und Schlachten- (insbesondere Pferde-)Maler Mayr war Kabinettmaler des Herzogs Max, den er 1838 auf dessen Orientreise begleitete. Die Gruppe war im kleinen Gefolge am 20. Januar von München über Venedig, Korfu, Patras, Athen, Alexandria und Kairo ins Heilige Land gereist. In der Salvatorkirche zu Jerusalem wurde der Herzog durch den Franziskaner-Kustos zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen. Nach acht Monaten kehrten sie am 17. September 1838 nach München zurück; 1839 wurde Max zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt.

Durchgehend etwas stockfleckig, sonst von prachtvoller Erhaltung. Beiliegend die überaus seltene, erst 1845 separat erschienene Arabienkarte zu Maxens Orientreise, die der Naturforscher Gotthilf Heinrich von Schubert (1780-1860) und der Geologe Joseph von Russegger (1802-63) bei Carl Friedrich Wenng auflegen ließen (etwas stockfleckig, doch ebenfalls wohlerhalten).

Ibrahim-Hilmy II, 26. Gay 90 (nur 36 Tafeln). Lipperheide Ma 22 (= 1589). Hiler 578. Tobler 161. Graesse IV, 457. Engelmann 124. Kainbacher 265 ("Rarität"). Thieme/Becker XXIV, 477. Nagler VIII, 498f. ("höchst merkwürdige Zeichnungen"). ADB XXI, 139ff. Nicht bei Blackmer oder Abbey (Travel). Nicht bei Colas.