Goethes Schreibfedern

Goethe, Ottilie von, geb. von Pogwisch (1796-1872), Schwiegertochter des Johann Wolfgang von Goethe. Eigenh. Schreiben mit U., dazu zwei Schreibfedern Johann Wolfgang von Goethes.

[Weimar, 1820er Jahre].

Qu.-4to (216 x 123 mm), aufgezogen auf Kartonträger (270 x 190 mm), durchwegs etwas stockfleckig. Am unteren Rand des Blatts sind mit naturfarbenem Zwirn zwei benutzte Federkiele aus dem Gebrauch J. W. v. Goethes befestigt. Gerahmt und verglast.

 65.000,00

An Wilhelmine Taschner, eine verhinderte Besucherin Goethes, die um Einlass und ein kleines Andenken vom Dichter gebeten hatte: "Mein Schwiegervater trägt mir auf Ihnen zu sagen daß er sehr bedauert Ihre Wünsche nicht erfüllen zu können, daß aber seine Zeit von alte Bekannten die in diesem Augenblick hier sind ganz in Anspruch genommen ist. / Ihre ergebenste / Ottilie v Goethe".

In den 1820er Jahren unternahm Wilhelmine Taschner (1805-82), die Gattin des Eisenacher Sanitätsrats Dr. Friedrich Taschner, eine Reise nach Weimar, wo sie sich mit Ihrer Bitte an die befreundete Ottilie von Goethe wandte und darauf die beiden Schreibfedern ihres Schwiegervaters mit den beigefügten Zeilen erhielt. Nach dem Tod der Wilhelmine Taschner übergab ihr Gatte die Stücke an seine Pflegetochter Else Dröseke, die sich mit dem Pädagogen Franz Emil Brandstäter in Witten vermählte. Ende der 1920er Jahre erwarb der Wittener Kaufmann Paul Geiss die Goethe-Federn über einen Bekannten aus dem Nachlass Brandstäter. Mehrere Versuche in den 1940er und 1950er Jahren, die Andenken an das Frankfurter Goethe-Museum, das Goethe House in New York bzw. an den Ölmagnaten J. Paul Getty zu verkaufen, verliefen im Sande. Die entsprechende Korrespondenz und ein zeitgenössischer Pressebericht, die zugleich die Provenienz des Stücks belegen, liegen bei.

Art.-Nr.: BN#57149 Schlagwort: