Widmungsexemplar des Verfassers

Gedik, Simon. Defensio sexus muliebris, opposita futilissimae disputationi recens editae, qua suppresso authoris & typographi nomine blaspheme contenditur, mulieres homines non esse.

Leipzig, Michael Lantzenberger [for Henning Grosse], 1595.

(62) SS., l. w. Bl. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Blauer Interimspappband des 18. Jahrhunderts. 4to.

 2.500,00

Erste Ausgabe; mit eigenhändiger Widmung des Verfassers, des Theologen Simon Gediccius (1551-1631).

Die wichtigste Reaktion auf die anonyme antifeministische Skandalschrift "Disputatio nova contra mulieres, qua probatur eas homines non esse" (o. O., 1595; VD 16, ZV 4618), die das Menschsein der Frauen (und damit zugleich ihre Heilsfähigkeit) in Abrede stellte. Die Polemik gab dem 17. Jahrhundert "den Anstoß für eine ganze Welle von Satiren im Stil der Querelle des Femmes [...] Die theologische Fakultät von Wittenberg warnt die studentische Jugend vor der Lektüre, [...] und der Leipziger Professor für hebräische Sprache und Hallenser Hauptpastor Simon Gediccus [1551-1631] gibt im selben Jahr eine 'Defensio sexus muliebris' heraus, in der er die Thesen fein säuberlich widerlegt" (U. Kundert, Konfliktverläufe. Normen der Geschlechterbeziehungen in Texten des 17. Jahrhunderts. Berlin, 2004, S. 115).

Ecken und Kanten bestoßen; Rücken lädiert. Papierbedingt durchgehend leicht gebräunt. Am Titel eigenhändige Verfasserwidmung an den Hallenser Theologen Michael Geringius: "Reverendo et doctiss. viro Dn. M. Michaeli Geringio pastori Eccl.ae Halensis ad D. Mauritii etc. ddi. author." Am vorderen Innendeckel kleines grünes Exlibris des Groninger Medizinprofessor Jacob Baart de la Faille (1795-1867) sowie hs. Vemerk: "Thèse curieuse et fort rare [...]". Von großer Seltenheit, kein Nachweis auf dt. Auktionen seit 1950.

VD 16, G 652.