Sammlung von Kunststücken Weine zu verbessern u. gutzumachen. Essich zu machen nebst vielen andren Stücken mehr.
8vo. 88 Bll., davon 3 weiß (moderne Bleistiftfoliierung): (1), 17, SS. 7-29, (135) SS. Deutsche Kursiven in brauner und braunschwarzer Tinte auf Papier. Mit einigen Zeichnungen und Diagrammen in Tinte und Bleistift. Marmorierter Pappband des 19. Jhs. mit hs. Rückenschildchen.
€ 2.800,00
Überaus reichhaltige Rezeptsammlung des 18. und frühen 19. Jahrhunderts mit über 150 Rezepten für Weiß- und Rotweine, Branntwein, Wein- und Himbeeressig, Most, Schnaps und Rosoli, nebst einem Rezept für Trinkschokolade. Ferner enthalten sind detaillierte Anleitungen zur Destillation mit durchaus gekonnten Zeichnungen von Destillierapparaten, Brennkesseln und Fässern. Der letzte Teil enthält eine Einführung in die Herstellung von oval- und eiförmigen Holzfässern von bis zu 12 Stich, ebenfalls versehen mit vier Skizzen.
Außergewöhnliche Sammelhandschrift mit Beiträgen von mindestens elf verschiedenen Händen, darunter des Küfers Johann Caspar Keller, der den Teil zum Fassbau verfasst und signiert hat. Die übrigen Teile anonym verfasst; lediglich die Initialen "J. D." tauchen an einer Stelle auf ("allerorten der welt höchst nuzbahre wüßenschaft der veredlung u. bestendiger guter erhaltung beyder gatung der weißen u. Rothen weine [...]"). Häufig finden sich Rezepte zur Verbesserung verdorbenen Weins, was auf die wechselnde Qualität des Weins schließen lässt, sicher auch bedingt durch unbeständige Witterungsverhältnisse und ungeeignete Lagerungsbedingungen: so etwa "einen übel riechenden Wein zurecht zu machen", "einen unschmakhaften Wein schmakhaft zu machen", "einen sauren rothen Wein süß zu machen", "weißen Wein lieblich und wohlschmeckend zu machen", "einem Wein der schwarz ist zu helfen", oder sogar "Gift aus dem Wein zu ziehen" und "schimmelnden und stinkenden Wein wieder zurecht bringen". Daneben Ratschläge zur Weinlagerung selbst ("verwahre ihn vor dem ostwind, hiz und kelte, regen und donner, dann dises alles ist dem wein schädlich") sowie auch einige Rezepte medizinischer Natur, etwa gegen Verbrennungen, Schläfrigkeit, Schnittwunden, Sodbrennen, und Warzen.
Aus der Sammlung des Juristen, Weingutsbesitzers und Weinbauhistorikers Friedrich von Bassermann-Jordan (1872-1959); sein montiertes Exlibris auf dem Innendeckel.
Einband mit kleinen Fehlstellen und Randeinrissen. Im Inneren vereinzelt leicht gebräunt. Stellenweise eher knapp beschnitten.















