"Nationales Kulturgut": Deutsche wollen Iffland-Schatz

  • Heute
  • 4 November 2010
  • Thomas Staisch

Weiter Streit um den bei einem Wiener Antiquariat aufgetauchten Nachlass von August Wilhelm Iffland: Berlin sieht in den Dokumenten ein "nationales Kulturerbe" – und fordert die Rückgabe!

"Inlibris" für 450.000 Euro zum Kauf angebotene "Iffland- Schatz" ("Heute" berichtete): Laut "Spiegel" erhebt die Berliner Kulturverwaltung jetzt Anspruch auf die mehr als 7.000 Dokumente, da sie in ihnen ein "nationales Kulturgut" sieht. Brisant: Der Schatz wurde ausgerechnet vom Berliner (!) Sammler Hugo Fetting (90) an "Inlibris" verkauft, die den Nachlass jetzt auf einer Messe anbot. Der Verkäufer, gegen den Strafanzeige eingereicht wurde, wehrt sich: "Ich habe die Dokumente doch vor der Zerstörung gerettet!"

Fetting will sie bereits 1952 in den Trümmern eines Hauses in Ost-Berlin entdeckt haben. Jetzt müssen wohl Gerichte klären, wem das einmalige Erbe gehört. "Inlibris" um Geschäftsführer Hugo Wetscherek sieht sich jedenfalls im Recht: Die Berliner Akademie der Künste hatte ihm vor Jahren eine "Eigentumsanerkenntnis" ausgestellt. Bis der Rechtsstreit geklärt ist, wird eine Wiener Rechtsanwältin den Schatz verwahren.