Lessius (Leys), Leonardo, SJ. Hygiasticon seu vera ratio valetudinis bonae et vitae [...]. Subiungitur tractatus Ludovici Cornari Veneti, eódem pertinens, ex Italico in Latinum sermonem ab ipso Lessio translatus.

Antwerpen, ex officina Plantiniana, apud viduam & filios Io. Moreti, 1613.

(16), 108, (2) SS. Mit Titelvignette und Druckermarke in Holzschnitt am letzten Bl. verso. (Vorgebunden) II: Ders. De providentia numinis et animi immortalitate libri duo adversus atheos & politicos. Ebd., 1613. (16), 351, (17) SS. Mit Titelvignette, Holzschnittvignette im Text und Druckermarke in Holzschnitt am letzten Bl. recto. (Nachgebunden) III: Ders. Disputatio de statu vitae deligendo et religionis ingressu. Ebd., 1613. (16), 210, (4) SS. Mit Titelvignette und Druckermarke in Holzschnitt am letzten Bl. verso. Blindgepr. Schweinslederband der Zeit auf 4 Bünden über Holzdeckeln mit abgeschrägten Deckelkanten. 2 intakte Schließen. 8vo.

 1,800.00

Jeweils erste Ausgabe. Sammelband mit drei Schriften des flämischen Jesuiten Lessius (1554-1623), darunter sein berühmtes, in zahlreichen Auflagen und Sprachen verbreitetes Werk über die Kunst, lange zu leben und sich bis ins hohe Alter die körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten. Dem beigefügt ist die Abhandlung "De vitae sobriae commodis" des italienischen Hygienikers Luigi Cornaro (1467-1566), auf dem Lessius' Werk beruht. "Even now not without interest" (Cath. Enc. IX).

Beigebunden sind Lessius' seltenes Werk über die Vorsehung und die Unsterblichkeit der Seele, ebenfalls "translated into different languages, even into Chinese" (ebd.), sowie seine Abhandlung über die Wahl des geistlichen Standes.

Der etwas beriebene Einband mit Plattenstempeln innerhalb von Feldherrnkopf-Rollen. Aus der Bibliothek des Jesuitenkollegs Hall in Tirol mit entspr. hs. Besitzvermerk am Titel (datiert im Druckjahr 1613). Später, wie durch Titelstempel ausgewiesen, in der Haller Ritter-Waldauf-Bibliothek. Der kaiserliche Protonotar Florian Waldauf (auch: Baldauf; um 1450-1510; 1495 in Antwerpen Gegenzeichner des Vorvertrags zur habsburgisch-spanischen Doppelhochzeit) und seine Frau Barbara hatten 1501 der Pfarrkirche in Hall eine Marienkapelle, eine Reliquiensammlung und ein Predigtamt gestiftet. Die Stadt Hall als Verwalterin der Waldauf-Stiftung hatte dafür zu sorgen, "das alle jar etliche puecher nach anzaigen des predigers zum predigambt gekauft und in der heiligen capellen liberei an ketten gehangen und versorgt werden"; ferner sollten der Bibliothek Bücher aus den Nachlässen der Prediger und Meßkapläne zukommen. Entgegen der Anordnung Waldaufs wurde die Bibliothek kaum durch gezielte Ankäufe vermehrt, sondern größtenteils durch die zufällige Übernahme von Büchern und Schenkungen, hauptsächlich von Geistlichen, Stiften und Schülern. Der bekannteste Vorbesitzer ist Johannes Eck. "Nach 400 Jahren ihres Bestehens und nur fallweisem Zuwachs schien das Interesse am Fortbestand der Ritter-Waldauf-Bibliothek als geschlossener Sammlung verlorenzugehen. Obendrein war das Stiftungsvermögen im Ersten Weltkrieg vollends untergegangen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde eine unbekannte Anzahl wertvoller Handschriften und Drucke an Privatpersonen in Hall und Umgebung ausgehändigt, um sie vor der Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten zu sichern. Nach Kriegsende wurde jedoch keines dieser Bücher rückerstattet" (Hdb. der hist. Buchbestände in Dtl.).

I: De Backer/Sommervogel IV, 1737, 13. Krivatsy 6913. Parkinson/L. 1453. Vgl. Hirsch/H. III, 772. Wellcome I, 3755 (3. Ausg.). Waller 5745 (dt. Ausg.). Osler 3218 (engl. Ausg.). Caillet 6607f. (frz. Ausgg.). Rosenthal 2745.

II: De Backer/S. IV, 1736, 11. LThK VI, 523.

De Backer/S. IV, 1736, 12.

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