[Coiter, Volcher]. [Kinderskelett-Tafeln aus]: Externarum et internarum principalium humani corporis partium tabulae.

[Nürnberg, Dietrich Gerlach, 1572].

2 rad. Tafeln (ca. 556 x 328 mm und 546 x 290 mm). Folio.

 3,500.00

Die beiden berühmten, nach Volcher Coiters Biographen Robert Herrlinger "vollends originell[en] und wegweisend[en]" Kinderskelett-Tafeln aus den "Externarum et internarum principalium humani corporis partium tabulae" (Nürnberg, 1572). Nachdem der jungverstorbene Mediziner Coiter (1534-76), ein in Nürnberg wirkender Friese, nach seiner Zeit in Italien an keiner Universität mehr lehrte, hatte das Werk zunächst nur einen sehr eingeschränkten Leserkreis, und seine "Auflage kann nicht groß gewesen sein" (Herrlinger, 57). Bei den hier vorliegenden Tafeln handelt es sich um "die ältesten bisher bekannten [Abbildungen] aus dem Gebiet der Embyrologie und Kinderanatomie. Es handelt sich um zwei große Falttafeln von über einem halben Meter Höhe [...] Die erste zeigt das Skelett eines halbjährigen Kindes von schräg vorne, die zweite von schräg hinten; auf dieser ist als 'Abb. 3' ein kleines Skelett einer dreimonatigen Fehlgeburt hinzugefügt [...] Alle Abbildungstafeln sind wie immer mit V.C.D. signiert. Wenn sie auch nicht völlig korrekt sind, so ist vor allem an den beiden großen Kinderskeletten bemerkenswert, wie Coiter versucht, in reiner Schwarz-Weiß-Technik Knorpel und Knochen als zwei verschiedene Materialien zu kennzeichnen: er punktiert den Knorpel und läßt den Knochen weiß. Noch heute ist diese Art der Knorpeldarstellung üblich [...] Coiters Kinderskelette haben Schule gemacht. Felix Platter bringt in seinem anatomischen Lehrbuch von 1583 ebenfalls, als zweiter, Kinderskelette, die ohne Coiter kaum denkbar sind [...] Wirklich neue, bessere Abbildungen vom foetalen und vom kindlichen Skelett gab erst Thomas Kerckring (1670). Coiters Abbildungen waren ein ganzes Jahrhundert lang maßgebend gewesen" (ebd., S. 80).

Etwas braunfleckig; kl. Einrisse alt hinterlegt.

VD 16, ZV 3754. R. Herrlinger, Volcher Coiter (Nürnberg, 1952), S. 79ff. (mit Abb.).

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