Ochsenheimer, Ferdinand, Schauspieler und Lepidopterologe (1767-1822). Eigenh. Brief mit U.

Wien, 4. I. 1821.

2 SS. 4to.

 350.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich habe den Auftrag von meinem Freunde Koberwein von Ihrem köstlichen Ohrenbalsam, der hier schon vielen Leuten wohlthätig gewesen ist, sechs Fläschchen für ihn zu verschreiben. Hätten Sie also die Güte, diese 6 Fläschchen unter seiner Addresse - an Herrn Josef Koberwein, Regisseur und Schauspieler des k. k. Hoftheaters in Wien, - sobald als möglich auf die fahrende Post zu geben […] Ich lebe hier sehr glücklich, hauptsächlich als Vater von 5 Kindern, die alle äußerst brav sind. Mein ältester Sohn, Wilhelm, ist seit 2 Jahren Lieutenant bey unserer trefflichen Artillerie, und steht jetzt in Verona! Der zweyte, Franz, wird dasselbe im kommenden Frühling, da er einer der besten Mathematiker im Bombardier Corps ist. Zwey kleinere werden ihnen folgen. Unser Kaiser, den ich sehr oft spreche, weil ich beschäftigt bin, die Insekten der k. k. Naturalienkabinets in eine systematische Ordnung zu bringen, ist mir sehr gewogen, so auch alle Prinzen des Kaiserhauses, welche die Naturwissenschaft lieben. Beym Theater habe ich mich, was hier sehr selten ist, in meinem Werthe erhalten, obgleich die Sucht, alle Tage aufzutreten, etwas nachgelassen hat. Meine Frau glänzt als geschäftige Hausregentin und so geht alles gut […]".

Nach einem Studium in Mainz, das er mit der Promotion zum Dr. phil. abschloß, übernahm Ochsenheimer eine Hofmeisterstelle in Mannheim, wandte sich dann der Bühne zu und debütierte 1795 in Ansbach. Als Mitglied verschiedener Schauspieltruppen kam er über Dresden und Leipzig 1807 an das Wiener Hofburgtheater, an dem er als Schauspieler und seit 1818 als Regisseur bis zum Ende seiner Bühnenlaufbahn tätig war. Bekannt wurde er vor allem als Lepidopterologe.

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