"was Smetana schreibt hat immer Hand u. Fuß - wenn auch nicht immer wohlgebildete"

Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897). Eigenh. Brief mit U. ("J. Br.").

[Wien, 1. I. 1896].

3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.

 11,500.00

An seinen nicht namentlich genannten Verleger Fritz Simrock ("Bester") über dessen Bitte, ein Streichquartett des 1884 verstorbenen Bedrich Smetana zu arrangieren. Nachdem Brahms abgelehnt hatte, versteht Simrock seine Entscheidung nicht und Brahms ist gezwungen, dem Verleger die Gründe für seine Ablehnung erneut zu erläutern: "Ich habe keine Hintergedanken wenn ich Dir schreibe. Schiebe mir also keine unter, sonst kann man - überhaupt nicht reden. Ich sagte wohl deutlich: was Smetana schreibt hat immer Hand u. Fuß - wenn auch nicht immer wohlgebildete. Aber ich weiß nicht chirurgisch einzugreifen, wie bei - manchem Andern möglich wär. Des 4tetts wegen scheint mir, Du solltest Dvorak deshalb angehen. Er ist mir nicht allein an Fixigkeit über, es hat noch sonst manchen Grund, daß er hier vielleicht dreister eingreift. Ich habe vergessen, wo d'Albert in Berlin wohnt, und bitte ihn eben, mir dort ein Zimmer zu bestellen. Aber auch in dieser Sache läßt Du mich Anderes sagen, als ich gesagt - also auch gemeint habe! Herzlich hoffe ich, es gehe dort alles so glimpflich weiter u. sage Allen m. besten Grüße u. Wünsche fürs neue Jahr […]".

Von zwei Knickfalten wegen Kuvertierung abgesehen tadellos erhalten.

Gedruckt in: Deutsche Brahms-Gesellschaft (Hrsg.), Brahms' Briefe an Peter Joseph Simrock und Fritz Simrock, Bd. IV. (GA Bd. XII), Berlin, 1919, S. 187, Nr. 902.

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