Kerchnawe, Hugo, General und Militärhistoriker (1872-1949). Eigenhändige Sentenz mit U.

Wien, 12. VII. 1926.

1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Umrahmung und montiertem Schildchen "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'", aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

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"Vom Vertrauen des Heeres auf den Schild erhoben hat Bismarck den Mut zur Unpopularität gefunden, durch den allein sich große Ziele erreichen lassen. So hat er, unbeirrt durch alles kleinliche Parteigezänke, Zeitungsgewäsch u. Geschrei u. Parlamentsbeschlüsse in zielsicherem Willen u. harter Arbeit das Werkzeug geschaffen, mit dem allein sich durch Blut und Eisen die deutsche Frage lösen ließe, ein starkes Heer. So wurde Bismarck deutscher Einheit, Größe u. Macht zum Schöpfer u. Schmied. Wenn das deutsche Volk aus all' dem Jammer von heute wieder hochkommen will, so kann es dies nur, wenn es sich einen ebensolchen Führer erkürt wie Bismarck. Einen Führer, der es dann dieselben harten Wege durch Blut und Eisen führen muss, den Bismarck uns vorgezeichnet [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928), jedoch nicht darin aufgenommen.

Kerchnawes "anonym erschienener utopischer Roman 'Unser letzter Kampf, Das Vermächtnis eines alten Soldaten' (1907), in welchem er den tragischen Ausgang eines kommenden Krieges darstellte, war als Gegenschrift gegen das erfolgreiche pazifistische Werk Bertha von Suttners gedacht" (NDB XI, 510f).

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