Widmungsexemplar für Gusti Adler, Max Reinhardts rechte Hand

Friedell, Egon. Kulturgeschichte der Neuzeit.

München, C. H. Beck, 1928-1931.

3 Bde. XI, (1), 412, (6) SS. XI, (3), 536, (4) SS. XI, (1), 594, (6) SS. Goldgepr. grüne Originalleinenbände, Bde. 1 und 3 mit originalem Schutzumschlag (teils lädiert), alle Bände in den originalen Pappschubern der Auslieferung. 4to.

 2,800.00

Widmungsexemplar des Verfassers mit eigenhändiger Widmung für Gusti Adler in Bleistift am Vorsatz des ersten Bandes: "Der geliebten Gusti / von ihrem aufrichtigen Seelenfreund / Egon Friedell / Berlin, Februar 1930".

Friedell widmete sein Lebenswerk im Druck dem Regisseur Max Reinhardt; die Empfängerin der vorliegenden handschriftlichen Zueignung war dessen rechte Hand. Auguste (Gusti) Adler wurde 1890 in Brixen geboren als Tochter der Malerin Maria Adler und des Gutsbesitzers und späteren Journalisten Heinrich Adler, dem Bruder von Victor Adler, des Begründers der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei; ihre Schwester war die Künstlerin und Restauratorin Marianne Adler. Nach einer Ausbildung zur Bildhauerin bei Richard Kaufungen in Wien wechselte sie zu Malerei und Kunsthandwerk und schrieb seit 1913 Artikel für das Feuilleton des "Wiener Fremdenblatts". Nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schrieb sie unter dem Pseudonym "Christoph Brandt" für Wiener und Berliner Zeitungen und gab Schriften von Jean Paul und Georg Forster heraus. Durch Vermittlung ihrer Jugendfreundin Helene Thimig lernte sie 1919 Max Reinhardt kennen und wurde wenig später für zwei Jahrzehnte dessen Privatsekretärin, die nebst vielen privaten Dingen für Reinhardt auch einen Großteil von dessen Inszenierungen organisierte, vor allem bei den Salzburger Festspielen. 1939 folgte sie Reinhardt in die USA und arbeitete an dessen "Workshop for Stage, Screen and Radio" mit. Nach Reinhardts Tod im Oktober 1943 arbeitete sie bis zu ihrem 80. Lebensjahr in der Dokumentationsabteilung von Warner Bros. in Hollywood. 1946 erschien ihr Buch "Max Reinhardt - Sein Leben", 1980 folgte "… aber vergessen Sie nicht die chinesischen Nachtigallen". Gusti Adler verstarb 1985 in Hollywood.

Erster Band in vierter bis sechster Auflage, zweiter Band in erster bis sechster, dritter Band in erster bis zwölfter Auflage. Band 2 mit einliegender Karte des Verlags: "Im Auftrag des Verfassers".

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