Salzmann, Christian Gotthilf. Carl von Carlsberg, oder über das menschliche Elend.

Karlsruhe, Christian Gottlieb Schmieder, 1787-1791.

6 Bde. (2), 392 SS. (2), 5-397, (1) SS. (2), 354 SS. (2), 378 SS. (2), 362, (2), 118 SS. (2), 7-336, (30) SS., l. w. Bl. Mit zus. 6 gest. Frontispizen und 6 gest. Titelvignetten. Marmorierte Pappbände der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. 8vo.

 400.00

Mischexemplar aus verschiedenen Karlsruher Nachdruckausgaben (die EA war 1783-88 bei Crusius in Leipzig erschienen). Der erste, zweite und fünfte Teil in der "neuen verbesserten Auflage" von 1789, der dritte (1791), vierte (1787) und sechste Teil (1788) ohne Angabe der Auflage; der Anhang zum 5. Teil mit eigenem Titelblatt (dat. 1788) mit Holzschnittvignette.

Der Erziehungsschriftsteller C. G. Salzmann (1744-1811) war 1768-72 "Pfarrer in Rohrborn bei Erfurt. Konfrontiert mit der sozialen Notlage der Landbevölkerung, entwickelte sich hier Hilfsbereitschaft für die Armen und sprachliche Nähe zum Volk [...] 1772-81 war Salzmann Diakon, später Pfarrer in Erfurt. Hier besuchte er regelmäßig Schulen und Waisenhäuser, Armen- und Krankenhäuser, Gefängnisse und Zuchthäuser. Als Ursache des Elends wurden Unwissenheit und schlechte Erziehung diagnostiziert [...] Die Rohrborner und Erfurter Erlebnisse bilden den Boden für das sozialkritische Werk 'Carl von Carlsberg'" (DBE). Auch Paul Englisch würdigt Salzmann, hatte sich dieser doch im vorliegenden Werk "die für einen Pädagogen natürliche Aufgabe gewählt [...], die Folgen der Onanie möglichst kraß zu verarbeiten", wodurch "unter dem Deckmantel der Moral allerlei Frivolitäten ans Tageslicht gefördert werden" (Englisch).

Papierbedingt teils schwach braunfleckig, sonst wohlerhaltene, einheitlich gebundene Reihe.

Goedeke V, 487, 1, 1. Vgl. Englisch (Gesch. der erot. Lit.), S. 198.

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