Saphir, Moritz Gottlieb, Schriftsteller, Journalist und Satiriker (1795-1858). Eigenh. Manuskript mit Namenszug im Titel und eh. Albumblatt mit U.

O. O. u. D. bzw. Wien, März 1852.

3 SS. auf Doppelblatt. 4to. (Manuskript) bzw. 1 S. Qu.-8vo. (Albumblatt). Mit einigen Beilagen (s. u.).

 600.00

Das mit dem Titel "Apolog. von M. G. Saphir" versehene Manuskript enthält die Gedichte "Die Liebe" (32 Zeilen), "Der Haß" (16 Zeilen), "Der Argwohn" (8 Zeilen) und "Die Unschuld" (8 Zeilen). "Ich komme still mit leisem Geisterfuß gegangen, | Den Schleyer bring' ich, das Geheimniß mit; | Das Schweigen muß mich und die Dunkelheit umfangen, | Kein Wiederhall [!] verrathe meinen Tritt, | Zu stummer Weihe muß der Busen mich empfangen, | Die Helle bleicht mein zartes Kolorit: | Ein Wort, ein Lispeln kann mein Daseyn stören, | Den Schweigenden allein will ich erhören […]" (aus "Die Liebe").

Auf dem Albumblatt heißt es äußerst zutreffend: "Zum Dichter muß man geboren, zur Anerkennung muß man gestorben sein!" - Beiliegend ein Brief an Saphir in Sachen einer Versteigerung, ein Zeitungsausschnitt ("Saphir und sein Setzer") und je ein Exemplar des "Wanderers" (Nr. 205 vom 26. VIII. 1844) bzw. der "Allgemeinen Theaterzeitung" (Nr. 27 und 28 vom 31. I und 2. II. 1846).

Das Manuskript stärker knittrig und mit kleinen Randläsuren; einige Einrisse mit Tesafilmstreifen unterlegt; das Albumblatt an den Rändern etwas fleckig, sonst gut erhalten.