Leisegang, Hans, Philosoph (1890-1951). Eigenhändige Sentenz mit U., eh. ausgefülltem Formularteil und eh. Namenszug.

Makranstädt bei Leipzig, o. D.

1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Umrahmung, gedr. Fußzeilen "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'" und gedr. Formular für biograph. Daten, aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

 350.00

"Als Beitrag wähle ich die Schlussworte meiner Darstellung der deutschen Philosophie im XX. Jahrhundert: Die Sehnsucht Nietzsches und der Lebensphilosophen nach gesteigerter Vitalität, nach Aktionismus und leidenschaftlichem Kampf um höchste Ziele, ist im Geistesleben der Zeit erfüllt, und wer seine Freude daran hat, wie sich die Geister gegenseitig aneinander emporringen, möchte wohl mit Hutten ausrufen: 'Es ist eine Lust zu leben', wenn nicht neben der Hochebene, auf der sich der Geisteskampf bewegt, ein tiefer Abgrund gähnte, in den die erstrittenen Hochwerte rettungslos und wirkungslos versinken: die hohlen Seelen der gewaltigen Menschenmasse [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928).

Leisegang wurde aus politischen Gründen mehrmals seines Amtes als Professor enthoben, wegen "Beschimpfung des Reiches", z. B. als Leisegang die Trauerrede Hitlers auf Hindenburg als Herabwürdigung Hindenburgs bezeichnete, sogar inhaftiert (vgl. NDB XIV, 155f.).

Koslowsky 224.

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