Die Lisztschen und die Wagnerischen
Sammlung von 19 meist hs. Briefen und Karten an den Juristen und Hochschullehrer Eduard von Liszt, den Neffen Franz Listzts.
Zusammen 27¼ SS. auf 21 Bll. 4to und 8vo. Mit zahlreichen Beilagen (s. u.).
€ 4,500.00
Inhaltsreiches Korrespondenz- und Dokumentenkonvolut aus dem unmittelbaren familiären Umfeld Franz Liszts und Richard Wagners. Von besonderer Bedeutung ist ein eigenhändiger Brief Daniela Senta Thodes (Bayreuth, 20. III. 1926) mit bislang wenig beachteten Aussagen zum frühen Wagnerianismus ihrer Mutter Marie d’Agoult. Der Brief dokumentiert aus erster Hand die ideelle Nähe d’Agoults zu Richard Wagner, insbesondere die bewusste Namensgebung ihrer Tochter nach der Figur der Senta aus dem "Fliegenden Holländer", und enthält darüber hinaus wertvolle autobiographische und genealogische Informationen zur Familie Liszt, einschließlich der nationalen Selbstdefinition Franz Liszts. Ein seltenes Zeugnis der innerfamiliären Wagner-Rezeption aus Bayreuther Perspektive.
Ergänzt wird das Konvolut durch weitere Schreiben bedeutender Persönlichkeiten der Musikgeschichte und Wagner-Forschung, darunter die Sopranistinnen Lilly Hafgren-Waag und Claire Dux, Emerich Kastner, Chefredakteur der Zeitschrift "Parsifal", Max von Millenkovich, Autor einflussreicher Wagner-, Liszt- und Bülow-Studien, Peter Raabe, Verfasser des ersten thematischen Werkverzeichnisses der Werke Franz Liszts, Willi Reich, einer der prägenden Wagner-Forscher des 20. Jahrhunderts, sowie Adolf Zinsstag, Gründer der Schweizer Richard-Wagner-Vereine und enger Freund Siegfried Wagners.
Unter den Beilagen finden sich u. a. vier Schreiben von Liszts Enkelin Blandine Gravina an den Architekten Hermann Dernburg, eine eh. Visitenkarte von Cosimas Tochter Eva Chamberlain an Maria Dernburg-Briese, sowie eine gedr. Dankeskarte mit U. der Schauspielerin Else Lehmann an den Schriftsteller und Journalisten Josef Adolf Bondy. Weiters beiliegend ein außergewöhnlich umfangreicher Bestand von rund 140 Ephemera (Programme, Einladungen, Broschüren u. a.) und Presseausschnitten aus den Jahren 1886-1976, sämtlich mit Bezug zu Franz Liszt und Richard Wagner. Hervorzuheben sind u. a. ein Gedicht über Richard Wagner von Hans von Wolzogen, dem intimen Freund Wagners, Herausgeber der "Bayreuther Blätter" und Schöpfer des Begriffs "Leitmotiv", sowie die seltene Studie "Die Nobilitierung der Familie Abbé Franz Liszts" von Georg Eichinger (Sonderdruck, 1917).





