Meisterwerk der österreichischen Topographie

Jakubicska, Stephan. Neuester Grundriss der Haupt und Residenzstadt Wien und der Umliegenden Gegenden [...]. Vienne et ses Environs.

Wien, Artaria und Comp., 1803.

635 x 1302 mm. Mehrfarbige Kupferstichkarte, 44 Segmente auf Leinen aufgezogen mit Legende auf der linken Seite. Gefaltet in marmoriertem Umschlag und Schuber der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen "Grundriss von Wien".

 1,800.00

Der "inhaltlich vorzügliche" (Austria Picta) Grundrissplan von Wien, hier im seltenen Mehrfarben-Kupferstichdruck. Erstmals 1789 erschienen und noch mehrfach wiederaufgelegt. "Unter den Karten, die Artaria und Comp. [...] verlegte, bildet die von Stephan Jakubicska gezeichnete und Sebastian Mansfeld gestochene Umgebungskarte von Wien zweifelsohne den qualitativen Höhepunkt [...] Als Grundlage für die Arbeit dienten zweifelsohne die entsprechenden Sektionen der sog. Josephinischen Landesaufnahme [...] Es handelt sich hiermit um die einzige Karte, die auf Grund der streng geheimgehaltenen Josephinischen Landesaufnahme entworfen und im gleichen Maßstab (1:28.800) und in der gleichen Ausführung (Geländedarstellung) wie diese an die Öffentlichkeit gelangte [...] Jakubicskas Karte stellt jedoch keine bloße Kopie der Josephinischen Landesaufnahme dar: zum einen sind die [...] eingetretenen Veränderungen in der Topographie berücksichtigt [...], zum anderen hat Jakubicska die Karte nach Südosten orientiert, um im üblichen Quer-(Imperialfolio-)Format auch die kaiserliche Sommerresidenz Laxenburg unterzubringen" (Dörflinger, S. 285f.).

Mit den oft fehlenden ergänzenden Kartensegmenten von Baden und Trumau, die die Karte ab der dritten Ausgabe 1799 nach Südwesten erweiterten. Die vorliegende Neuausgabe von 1803 unterscheidet sich "von ihrer Vorgängerin durch einen geringfügig geänderten Titel [...], durch den zusätzlichen französischen Titel [...] und durch die Einzeichnung der 'Cavallerie Lager' und 'Infanterie Lager' bei Münchendorf", die in der Folgeausgabe von 1805 wieder entfernt wurden (Dörflinger, S. 371).

Alte hs. Bibliothekssignatur auf der Karte verso sowie auf dem Umschlag. Der Schuber unbedeutend berieben; die Karte ausgezeichnet erhalten.

Dörflinger, Österr. Karten im frühen 19. Jh., S. 371. Vgl. Dörflinger, Österr. Karten des 18. Jhs., Art 11. Austria Picta, 108.

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