Gastpatienten im Wiener Spital, anno 1737
Krankenliste: Verzeichnis der vom 1. Mai 1736 bis 1. Mai 1737 aufgenommenen Patienten aus Bayern.
Deutsche Handschrift auf Papier. 11 SS., geheftet. Folio. Dabei. Schreiben an Bürgermeister und Räte der Stadt München. 2 SS. auf Doppelblatt. Folio.
€ 950.00
Der Konvent der Barmherzigen Brüder wendet sich an den Münchner Magistrat mit der Bitte um einen Beitrag zur Vergütung der im letzten Jahr geleisteten Behandlung und Versorgung der aus Bayern stammenden Kranken, die in der beiliegenden "Specification" verzeichnet sind. Diese nennt in 61 Nummern jeweils den Herkunftsort, den Namen, die Krankheit und die Dauer des Aufenthaltes: "[...] Dem 5ten Junii Joannes Seiz Ein Reitschmid seines alters 50 Jahr, gebürtig von Zigelbach, der Vatter Joannes, die Mutter Maria, Beede tott, Kommet herein an Magen defect, und den 29ten gesunder hinaus. Den 10ten do. Josephus Streicher Ein Recrout seines alters 20 Jahr gebürtig von Offingen, der Vatter Vitus, die Mutter Ursula, Beede in Leben, Kommet an Angina herein, und den 16ten gesunder hinaus [...] Den 8ten Aug. Petrus Jacob Ein Preuner seines alters 66 Jahr gebürtig von Frizhaußen, der Vatter Augustinus, die Mutter Agatha, Beede tott, Kommet herein an der Brust-Wassersucht, und den 10ten do. in Gott seel. verschiden + [...]".
Das noch heute existierende Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist mit über 400 Betten das größte und älteste Ordensspital in Wien. Es ist bekannt für die Behandlung mittelloser und unversicherter Patienten.
Hochinteressante Quelle zu einem noch immer aktuellen Thema städtischer Gesundheitsversorgung.
Beide Schriftstücke unten durchgehend mit großem Braunfleck, mit Faltspuren und kleinen Randläsuren.










