Greif, Martin, d. i. Friedrich Hermann Frey, Schriftsteller (1839-1911). 4 eigenh. Briefe mit U.

München und Kassel, 1877-1883.

Zusammen 11 SS. auf Doppelblättern. 8vo.

 600.00

An den namentlich nicht genannten Schriftsteller Balduin Groller: “Wider meine [...] Hoffnung erhielt ich heute mein Schauspiel von [Heinrich] Laube zurück [...] Ich schicke Ihnen [...] zunächst das verurtheilte Stück, damit Sie sehen was ich aus dem Stoffe gemacht habe und zugleich beurtheilen, ob ich nun verdiente Zurückweisung erfahren habe [...]” (Br. v. 19. X. 1877). Des weiteren über den gemeinsam verbrachten Abend “in Ihrem trauten Familienkreise” (undat. Br.) und über den Maler Wilhelm Trübner (ebd. sowie im Brief vom 26. IV. 1882: Von allen Seiten gehen mir die günstigsten Beurtheilungen über d. Trübner’sche Zeichnung [...] zu [...]”).

“Ihr neues Buch ‘Weltliche Geschichten’ [recte: ‘Weltliche Dinge. Neue Geschichten] ist mir gestern zu meiner lebhaften Freude zugekommen u. ich habe dasselbe schon zu lesen begonnen. Ueber den Eindruck werde ich ein getreues Referat niederschreiben und es jedenfalls noch rechtzeitig vor Weihnachten zur Veröffentlichung bringen. Hervorragende Zeitungen stehen mir unterschiedlich offen [...]” (Br. v. 28. XI. 1883).

Greif, als Sohn eines Regierungsdirektors in Speyer geboren, diente 1857-67 in der bayerischen Armee und lebte anschließend als freier Schriftsteller in München und zeitweise auch in Wien. "Seine Dramen verarbeiteten häufig historische Themen. Für sein patriotisches Schauspiel 'Ludwig der Bayer oder Der Streit von Mühldorf' (1891) errichteten ihm die Bürger von Kraiburg/Inn ein eigenes Festspielhaus. Aus Greifs lyrischem Werk, das seit 1870 zunehmend patriotische Züge trug, ragt die Naturlyrik hervor, die in einfacher Strophen-, Reim- und Versform sowie in volksliedhaftem Ton geschrieben ist" (DBE). Vgl. auch Kosch I, 725.

Der aus Arad stammende Balduin Groller (d. i. Adalbert Goldscheider, 1848-1916) leitete von 1886-92 die ‘Neue Illustrierte Zeitung’ und seit 1895 das ‘Neue Wiener Journal’ und war “perhaps the most capable and inventive of the Austrian detective-story writers: his Detektiv Dagobert is perhaps Austria's nearest approach to Sherlock Holmes” (Willard Huntington Wright, The Great Detective Stories. In: The art of the mystery story. Edited by Howard Haycraft. New York, Simon and Schuster, 1946). Als Feuilletonist und humoristischer Erzähler ebenso bekannt wie vielgelesen, veröffentlichte er über dreißig Novellen und Romane, war Vizepräsident des Journalisten- und Schriftstellerverbandes "Concordia" und Mitglied der Kunstkommission des österreichischen Kultusministeriums. Vgl. auch Kosch I, 696.

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