Das einzige bekannte Exemplar
Das Gedächtniß des Lebens und des Todes Marie Theresie Römischen Kayserin Königin und Groß-Fürstin von Siebenbürgen öffentlich gefeyert, in der Evangelischen grossen Pfarr-Kirchen zu Herrmannstadt. Im Jahr 1781 den 22ten und 23ten Januar.
12, 11, (1) SS. Mit gest. Frontispiz ("Dacia lugens": H. Weis pinx., Jo. Baurnfeint sc., Cibini 1781) und einer Titelvignette in Holzschnitt. Papierheftstreifen am Rücken. Folio (220 x 325 mm).
€ 750.00
Sehr seltene Siebenbürger Gedächtnisschrift auf die am 29. November 1780 verstorbene Maria Theresia; kein Exemplar in Bibliothekskatalogen nachweisbar. Das hübsche Frontispiz zeigt die Personifizierung Siebenbürgens weinend an der Urne der Landesfürstin.
Der Hermannstädter evangelische Pfarrer Daniel Filtsch (1730-93) war bereits 1773 mit einem Band von "Sinngedichten auf Joseph, den Zweyten, Römischen Kayser, aus dessen Reise in Siebenbürgen" (ebenfalls bei Barth erschienen) hervorgetreten. Die mit selbständiger Paginierung beigegebene Elegie auf die verstorbene Königin stammt vom Siebenbürger Aufklärer Jakob Aurelius Müller (1741-1806), damals Rektor am Hermannstädter Gymnasium und wie Filtsch Mitglied des Kreises um den siebenbürgischen Landesgouverneur Samuel von Brukenthal. Müllers 1790 anonym herausgebrachte Schrift "Die Siebenbürger Sachsen - eine Volkschrift herausgegeben bey Auflebung der für erloschen erklärten Nation" markierte nach dem Tod Josephs II. den Beginn der siebenbürgisch-sächsischen Historiographie und trug zu seiner Wahl zum Bischof der evangelischen Kirche Siebenbürgens im Jahr 1792 bei.
Aus einer ungarischen Piaristenbibliothek mit hs. Besitzvermerk, dat. 181[3], am Titel.
Ränder etwas unregelmäßig beschnitten. Ein durchgehender Wasserrand; das Frontispiz etwas sporfleckig.
Nicht bei Seelinger/Ahlen, Rezension aller poetischen und prosaischen Stücke auf den Tod Marien Theresien (1781).








