Gallmeyer, Josephine, Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin (1838-1884). Eigenh. Brief mit U. ("J. Gallmeyer").

Graz, 29. IX. 1883.

1 S. Gr.-8vo.

 120.00

An ein Fräulein: "Meine Lisel kann mir nicht genug erzählen, wie brav Sie sind u. welche musterhafte Ordnung Sie in meiner Wohnung halten; - da man alle braven, guten Mäderln belohnen muß, so bitte ich Sie, auch von mir beifolgende kleine Gabe freundlich anzunehmen nebst meinem besten Dank [...]".

Die uneheliche Tochter der Sängerin Katharina Tomaselli wuchs in Brünn auf, debütierte daselbst 1853 als Soubrette und sang an ungarischen und deutschen Bühnen. "1862 kam sie mit Friedrich Strampfer an das Theater an der Wien, an dem sie wie auch am Carl-Theater und am Strampfer-Theater (dessen Leitung sie gemeinsam mit Julius Rosen 1874 übernahm) Erfolge als Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin feierte" (DBE). Die vielfältige Künstlerin - die auch Erzählungen und Bühnenstücke (u. a. "Aus purem Haß", 1883) verfaßte - trat vornehmlich in Volks- und Dialektstücken sowie in zahlreichen Operetten der Wiener Klassik auf. Häufige Gastspielreisen führten sie durch Österreich, Deutschland und Nordamerika.

In altem Sammlungsumschlag; ohne die erwähnte Beilage; mit kleineren Läsuren am linken Rand.