Ferdinand III. von Toskana, Erzherzog (1769-1824). Eigenh. Brief ohne U.

Salzburg, 20. XII. 1803.

2 SS. und 2 Zeilen auf Doppelblatt. 4to.

 800.00

An seinen Bruder Kaiser Franz II. (1768-1835) über Philipp Graf von Cobenzl (1741-1810), den österreichischen Gesandten in Paris: "[...] Wirklich schreibt auch Angistini [?] das[s] Kobenzl ihn das erste mahl nicht empfangen hat und sogar ihn nicht hat dem ersten Konsul wie einem anderen Fremden vorstellen wollen sagt aber daß hernach Kobenzl sich auf einmahl geändert habe und ihn sogar seinen diplomatischen Geschäften beyziehen wolle. Es scheint also daß im Anfange Kobenzl nach Deinen instructionen gehandelt habe, und vielleicht auch nach seinem eigenen Antriebe[,] alleine daß hernach da er gesehen hat wie sehr sich der Minister Talleyrand und auch Joseph Bonaparte um diesen mit ihrem in allen betrügerischen und schlechten Handlungen einverstandenen Mann annahmen geglaubt hat Dir einen guten Dienst zu leisten [...]".

Ferdinand III. war 1792 Nachfolger seines Vaters Leopold II. als Herrscher des Großherzogtums Toskana, einer Sekundogenitur des Hauses Österreich, geworden. "Als er das Land 1799 verlassen mußte, entschädigte ihn Napoleon 1803 mit dem neugebildeten Kurstaat Salzburg, den er 1805 gegen das von Bayern abgetrennte Großherzogtum Würzburg tauschen mußte. Ferdinand schloß sich 1806 dem Rheinbund an und unterstützte Napoleons Politik; erst im Oktober 1813 trat er der Allianz gegen Napoleon bei. Zwar verlor Ferdinand durch den bayerisch-österreichischen Staatsvertrag von 1814 Würzburg, erhielt aber als Entschädigung das restituierte Großherzogtum Toskana zurück" (DBE).

Bl. 2 mit kleinen Spuren alter Montage.

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