Keyserling, Hermann, Philosoph und Schriftsteller (1880-1946). Eigenhändige Sentenz mit U.

Darmstadt, 5. XI. 1927.

1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Umrahmung und Fußzeilen "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'", aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

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"Deutschlands weitere Zukunft beruht meiner Ueberzeugungen nach ganz auf dem Sieg des individualistischen über den kollektivistischen Gedanken, also dem Siege der Prinzipien der Einzigkeit über den der Gemeinschaft. Der Deutsche, mehr als jeder andere Volks-Vertreter, ist als Einziger gross, als Name steht er unter den meisten Völkern. Aber das ist kein Minderwertigkeitszeichen, im Gegenteil: aller Wert liegt im Einzigen, denn er allein hat Substanz im metaphysischen Sein [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928).

Hermann Keyserling übersiedelte nach seinem schriftstellerischen Durchbruch mit "Reisetagebuch" im Jahre 1919, und nach Enteignung durch die estnische Regierung, schließlich 1920 auf Einladung Ernst Ludwigs nach Darmstadt. Dort gründete er die "Gesellschaft für Freie Philosophie" und die "Schule der Weisheit". Zu den Teilnehmern der alljährlichen Tagungen "gehörten unter anderem Nikolai Berdjajev, Leo Baeck, Hans Driesch, Leo Frobenius, Georg Groddeck, C. G. Jung, Ernst Kretschmer, Hendrik de Man, Max Scheler, Ernst Troeltsch, Rabindranath Tagore, Richard Wilhelm" (NDB XI, 565f.).

Koslowsky 57.