Hähnel, Ernst, Bildhauer (1811-1891). Eigenh. Brief mit U.Dresden, 26 May 1873.

An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Mitteilung, "daß ich mich in diesem Augenblicke noch nicht entschließen kann, wegen meiner Michel Angelo Modelle in irgend eine bindende Erklärung einzugehen. Noch habe ich Aussicht diese Werke für Dresden zu erhalten. Indeß ließe sich dennoch darüber etwas Näheres bei unserer persönlichen Zusammenkunft besprechen [...]".

Nach Aufenthalten in Florenz und Rom kehrte Hähnel nach Deutschland zurück und wurde von Gottfried Semper nach Dresden berufen, wo er Fassaden im Stil der italienischen Renaissance sowie mehrere Standbilder (u. a. von Aristophanes, Sophokles, Shakespeare und Molière) schuf. Während der 60er Jahre war Hähnel vorwiegend in Wien tätig. "Sein Einfluß als Lehrer war sehr bedeutend; er teilt sich mit Rietschel den Ruhm [...] des Begründers der Dresdner Bildhauerschule der 1860er und 70er Jahre, aus der u. a. Joh. Schilling, Aug. Wittig u. Ferd. v. Miller hervorgegangen sind [...]" (Thieme/Becker XV, 428).

[Illustrationen]. Sammlung von 13 Albumblättern, zumeist mit floralen Aquarellmotiven.Hamburg, Augsburg, Kempten und O. O., um 1800 bis 1850.

Hübsche und sauber ausgeführte Pinselzeichnungen aus verschiedenen Albumblättern, die sich in floral-dekorative Aquarelle, einige mit botanischer Genauigkeit (z. B.: brauner Storchenschnabel, Alpen-Aster, Heidekräuter), und ornamentalisierenden figurativen Darstellungen (4 Bilder, z. B.: Flötenspieler, "Denckmahl", Handelsschiff mit Insel-Landschaft) teilweise in Lochtechnik mit winzigen eng aneinander gesetzten Perforierungen, gliedern. Insgesamt vier Urheber unterzeichnen: Friedrich Huber (1. V. 1816), Shakespeare Boyes ("Auch wenn ich nicht mehr hier sein werde erinnere Dich zuweilen meiner [...]", 30. V. 1850), C. Werner (3. IV. 1840) und Matthäus Matthias, ein Lehrer der Kemptner Knabenschule, der sich mit einem Sonett verewigte: "Drei Genien sind's, die Menschenherzen füllen, / Die von der Gottheit uns zum Trost erkohren! / Ach, ohne sie wär's besser, nie gebohren; - / Doch die mit Engelshuld des Herzens Sehnen stillen [...]" (4. II. 1822).

Teilweise leicht braunfleckig, ein Bild mit Papierstreifen hinterlegt (mit Leimdurchsatz).

Schinnerer, Adolf, German painter, graphic artist and draftsman (1876-1949). Autograph quotation signed.Munich, 23 Nov 1921.

Inscribed to the German dermatologist Alwin Scharlau: "Es gibt nichts Unwichtiges mehr, Alles wird gesammelt, es ist eine Lust zu leben! [...]".

Co-founder of the "Neue Secession" in Munich in 1913, and the owner of a manor in the artists' colony at Haimhausen near Munich since 1918, Schinnerer mainly created landscapes as well as figural compositions, mastered the drypoint technique, and was a successful illustrator of books, including a 1921 edition of Shakespeare's "The Tempest".

Traces of a postal stamp. Self-addressed by the collector on the reverse. The Mecklenburg physician Scharlau (b. 1888) assembled a collection of artists' autographs by personal application.

Helfert, Joseph Alexander Frh. von, Staatsmann und Historiker (1820-1910). Eigenh. Brief mit U. ("Helfert").O. O., 13 Dec 1876.

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Anliegend beehre ich mich den I. Band von Freitags [!] 'Ahnen' zu übersenden, dem, falls selber Anklang findet, der II. und III. mit Vergnügen nachfolgen sollen. Der Lady Fullerton 'A stormy life', die romanisirte interessante Margareth, die Shakespeare in seinem Heinrich VI u. Richard III dramatisirt hat, wird sich, so hoffe und wünsche ich, meiner warmen Befürwortung würdig erweisen [...]".

J. A. Frh. v. Helfert war seit 1848 im Wiener Unterrichtsministerium tätig, gründete das Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien, war Präsident der Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler und vertrat seit seiner Aufnahme ins Herrenhaus 1881 eine konservativ-patriotische Linie. Daneben war der Jurist und Historiker Präsident der Leo-Gesellschaft, Schwester der deutschen Görres-Gesellschaft, und Verfasser zahlreicher historischer Arbeiten.

Auf Briefpapier mit gedr. Vignette.

Strunz, Franz, Naturwissenschaftler (1875-1953). 3 eigenh. Briefe mit U.Wien, 1910.

“Es dürfte Ihnen aus der Theaterliteratur bekannt sein, dass gegenwärtig das beste und künstlerisch hochstehendste Naturtheater (Freilichtbühne) in Hertenstein bei Luzern (Vierwaldstättersee) von dem ehemaligen ‘Meininger’ Rud. Lorenz geleitet wird. Seine Schauspieler sind durchwegs Kräfte vom Hoftheater, sein Spielplan weist durchwegs Grillparzer, Hebbel, die griechischen Tragiker, einiges von Kleist, Goethe und Shakespeare auf [...] Der selige Herr Kainz hat das erstemal die Idee ausgesprochen, eine solche Naturbühne an Grosstädte anzugliedern. Er dachte an Berlin (Grunewald, Mark, Müggelseen). Nun habe ich und mein Bruder (Hofsekretär im Kultusministerium) die Idee geplant, Herrn Dr. Lorenz für den Wiener Wald zu begeistern [...] (Br. v. 22. X. 1910).

Strunz war Professor für Naturgeschichte in Wien, Mitbegründer der Urania und von 1910-38 deren wissenschaftlicher Direktor. Vgl. Czeike V, 385f.

Der Br. v. 5. XII. 1910 mit gedr. Briefkopf und einer Ansicht des Volksbildungsinstitutes.

In altem Sammlungsumschlag.

Jordan, Wilhelm, Schriftsteller und Politiker (1819-1904). Eigenh. Albumblatt mit U.Frankfurt a. M., 22 Jul 1897.

"Sein ganzes Begehren erfüllen die Götter | Hieniden keinem von allen Kindern | Der Staubgebornen; und Stückwerk gestattend | Verzeihn sie nicht leicht, was ausgezeichnet | Sich höher erhebt, als ihre Hände | Das mittlere Maaß der Menschen setzten" (aus "Nibelunge, Siegfridsage [!]", wie am rechten oberen Rand eh. vermerkt).

1843 wegen seiner Schriften und Reden für politische Freiheit aus Berlin ausgewiesen, ließ sich Jordan in Leipzig nieder, gab 1845/46 die Zeitschrift 'Die beflissene Welt' heraus, mußte aber auch Sachsen wegen seiner politischen Gesinnung verlassen und ging als Korrespondent der 'Bremer Zeitung' nach Paris. "Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er in die Deutsche Nationalversammlung gewählt. Hier schloß er sich erst der Linken, dann der Erbkaiserlichen Partei an, plädierte für ein deutsches Reich unter preußischer Führung und war zuletzt Marinerat im Reichshandelsministerium" (DBE). Sein Werk umfaßt neben eigenen Schauspielen und Romanen zahlreiche Übersetzungen von Shakespeare, Homer und Sophokles.

Courtenay, Thomas Peregrine, politician and writer (1810-1841). Autograph letter signed.Athenaeum Club London, 6 Apr 1840.

To the Reverend Benjamin Bradney Bockett, the vicar of Epsom, Surrey, with a request to sign and return certain documents: "I shall be most obliged to you if you will sign the two certificates enclosed. Mrs Courtenay will call or send for them. I was very glad to see you doing duty again yesterday [...]".

Courtenay wrote "Memoirs of the Life, Works, and Correspondence of Sir William Temple, Bart." (London, 1836) and "Commentaries on the Historical Plays of Shakespeare" (2 vols., London, 1840).

Traces of old mounting on verso and slight brownstaining.

Perfall, Karl von, Komponist und Generalintendant (1824-1907). Brief mit eigenh. Ergänzung und U.München, 11 Sep 1879.

Lithographierter Vordruck mit dem für Juli 1880 geplanten Programm "einer Darstellung klassischer Dramen unter Betheiligung hervorragender Künstler und Künstlerinnen Deutschlands unter der artistischen Leitung des königlichen Schauspiel-Direktors Ernst Possart". Die Stücke, die am Königlichen Hof- und National-Theater zu München aufgeführt werden sollten, waren Dramen von Shakespeare, Lessing, Goethe und Schiller, die der nicht genannten Schauspielerin "zu proponirenden Rollen sind: Lady Macbeth, Hermione, Orsina, Gräfin Terzky in Die Piccolomini, Gräfin Terzky in Wallensteins Tod, Armgart in Wilhelm Tell. Wollen Ihro Hochwohlgeboren die Güte haben, dem Unterfertigten binnen acht Tagen Anzeige zu erstatten, ob Sie geneigt sind, die obigen Propositionen zu acceptiren [...]".

Mit gedr. Briefkopf des Generalintendanten der Königlichen Theater und der Hofmusik.

Karl von Perfall war nach der Inthronisierung König Ludwigs II. 1864 zum Intendanten der Hofmusik ernannt worden, später wurde er auch Direktor der Kgl. Musikschule und Intendant des Hof- und Nationaltheaters und setzte sich u. a. für die Uraufführung von Richard Wagners "Meistersingern", "Rheingold" und "Walküre" ein.

Kronberg, Julius, Swedish painter (1850-1921). Autograph quotation signed.Lilla Skuggan, 21 Aug 1917.

Inscribed to the German dermatologist Alwin Scharlau: "Mad nöje tillmötesgar jag Eder anhaltan och sänder härmed det önskade autogrammet [...]".

Admitted to the Stockholm Academy at the early age of 14, Kronberg specialized in mythological and religious themes, drawing on the works of Shakespeare as well as the Bible, and created canvases and ceiling frescoes for the Stockholm Palace or the Kronberg Royal Dramatic Theatre.

Postmarks on verso showing through; traces of a vertical fold. Self-addressed by the collector on the reverse. The Mecklenburg physician Scharlau (b. 1888) assembled a collection of artists' autographs by personal application.

Cauer, Karl Ludwig, Bildhauer (1828-1885). Eigenh. Brief mit U.Kreuznach, 2 Oct 1861.

“Ihr gütiges Schreiben mit den einliegenden 6 [...] für die Statuette: Lady Macbeth haben wir erhalten und ich sage Ihnen meinen besten Dank dafür, sowie für die von dem Großherzog von Weimar erhaltene goldene Medaille. Wir möchten Sie nun bitten die noch verbliebenen Shakespeare Statuetten und die Gruppe Paul & Virginie gütigst von uns annehmen zu wollen [...]”. Weiters ersucht er, den “Christuskopf von meinem Bruder Robert, so bald als möglich gefälligst packen zu lassen und denselben an Frau von Sprenger in Malitsch bei Sauer in Schlesien zu senden [...]”.

Nach langjährigen Arbeiten in den europäischen Metropolen wurde Cauer nach Wien berufen, wo er u. a. Kaiser Franz Josef und Mitglieder der Hocharistokratie (u. a. die Fürsten Metternich, Windischgrätz und Schwarzenberg) porträtierte. Er schuf u. a. zahlreiche Statuetten und Denkmäler und widmete sich in seinen letzten Lebensjahren verstärkt dem Studium der Polychromie der Plastik, wo er ein Verfahren entwickelte, “das er sowohl an Abgüssen des Parthenonfrieses wie an eigenen Marmorwerken anwendete: der Unterlegung eines Goldgrund, der durch die Farbe hindurchwirkt” (Thieme/Becker VI, 200).

In altem Sammlungsumschlag.

Cocteau, Jean, French poet, painter and playwright (1889-1963). "La Trahison". Autograph poem.N. p. o. d.

Interesting, unpublished poem of six quatrains from Cocteau's youth, with several corrections. The poem tells the story of a French adolescent: the speaker, as is to be expected for a 16-year-old, lacks "profound attachment" and imagines himself the "the axis of the world"; he therefore dreams of immersing himself in the culture of Cambridge or Oxford, of playing polo or bridge, of reading Walter Pater, Oscar Wilde, and Shakespeare. The reason for his "treason" finally becomes obvious to him when he reads the final scene of Racine's "Phèdre", wherein the dying queen admits to her husband Theseus her guilt and "incestuous desire".

Minimally stained.

Leoni, Michele, Italian writer and translator (1776-1853). Autograph letter signed ("Leoni").Florence, 28 Oct 1819.

To the librarian Giuseppe Molini, announcing a bill of exchange for a third person: "delle due consapute cambiali le mando la sola di L. 600 it. pel il 15 dicembre, girata a suo favore, e impegno il suo zelo a ricavarle sì bene come se fosser sue proprie. Ella le incassi, e ci vedremo domani. Non so se si pratichi il mandar anco la lettera che annunzia la riportata accettazione: ma ad ogni modo gliela compiego [...]".

Michele Leoni is best known as a translator of English literature. His popular translations include works by Shakespeare, Milton, Pope, and Goldsmith.

With some tears not affecting the text and minor browning.

From the collection of Eduard Fischer von Röslerstamm (1848-1915).

Hemingway, Ernest, American writer and Nobel Laureate (1899-1961). Autograph letter signed.Paris, 6 November 1933.

A wide-ranging letter to Arnold Gingrich in Chicago ("Dear Major G"), editor of the newly minted "Esquire" magazine, written ten days after the publication of "Winner Take Nothing". Half of the letter is about writing short stories; the rest concerns Esquire (Hemingway’s comments on the first issue, his editorial advice, his arrangements with the magazine, etc.): "Your statement [in a recent letter] about when and where stories published absolutely correct and exactly what I wrote Scribners in July. Also wrote them what magazines to give credit to. That hasn’t been done either. I am not responsible for their front matter. OK-ed final proof by cable with corrections. Never saw jacket until got book at Sylvia Beach’s [Shakespeare and Co. in Paris] [...] 'Mother of a Queen' and 'Day’s Wait' [stories in 'Winner Take Nothing'] are better stories than you think they are. But thanks very much for taking the trouble to comment. Trouble with 'One Reader Writes' [another story in the book] is that letter is exactly true and because I didn’t make you a picture of the woman. Papa was careless or it was too hot that day in Havana. I’ve written 3 books of stories now and there are 2 unsuccessful ones in the 3 books. I mean that [they] don’t do what they are supposed to do. There are no phony ones [...] Also when you have the time mark a volume - any one - of De Maupassant, Turgenieff, Chekov, Kipling, Merimee and see how you come out on stars and how many phonies there are. Turgenieff and Kipling rate plenty high. I’ve written more good stories and as good stories as Turgenieff - already. Kipling wrote 20 times as many and a damned sight better stories than I have. But I am going to get better as I get older and he didn't. So may have a chance. All right - Take a book of stories by [Sherwood] Anderson, [Morley] Callaghan, Faulkner and Co. Shit. I don’t compete with those punks. Faulkner will go straight for a damned fine wonderful first paragraph - Then get tired and start faking all over the place - Morley was damned honest but dull. He’s still dull. Since it seemed I learned everything I know from Sherwood better not criticize him. But the funny thing is that Sherwood and I both learned everything we knew at the start not from Stein but where Stein learned it - From Huckleberry Finn by Mark Twain. Anderson, however, wrote some damned fine stories [...]".

Jordan, Wilhelm, Schriftsteller und Politiker (1819-1904). Eigenh. Brief mit U.Frankfurt a. M., 12 Feb 1897.

An den Schriftsteller und Journalisten Wilhelm Goldbaum (1843-1912): "Indem ich auch Ihnen herzlich danke für Ihren warmen Glückwunsch und die Uebermittlung des Angebindes von griechischem Wunderwein, bitte ich Sie, die beil. kl. Festschrift als Andenken anzunehmen [...]".

1843 wegen seiner Schriften und Reden für politische Freiheit aus Berlin ausgewiesen, ließ sich Jordan in Leipzig nieder, gab 1845/46 die Zeitschrift "Die beflissene Welt" heraus, mußte aber auch Sachsen wegen seiner politischen Gesinnung verlassen und ging als Korrespondent der "Bremer Zeitung" nach Paris. "Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er in die Deutsche Nationalversammlung gewählt. Hier schloß er sich erst der Linken, dann der Erbkaiserlichen Partei an, plädierte für ein deutsches Reich unter preußischer Führung und war zuletzt Marinerat im Reichshandelsministerium" (DBE). Sein Werk umfaßt neben eigenen Schauspielen und Romanen zahlreiche Übersetzungen von Shakespeare, Homer und Sophokles.

Wilhelm Goldbaum war Feuilletonredakteur der "Neuen Freien Presse" und arbeitete auch für die "Westermannschen Monatshefte", die "Rundschau", die "Gartenlaube", die "Nationalzeitung" und die "Wiener Mode". Seine kultur- und literaturhistorischen Essays erschienen in den Sammlungen "Entlegene Kulturen" (1877) und "Literarische Physiognomien" (1884); zudem war Goldbaum auch als Übersetzer aus dem Polnischen tätig.

Etwas gebräunt.

Ohne die erwähnte Beilage, jedoch mit Jordans gedr. "Programm der epischen Dichtung Sigfridsage".

Jordan, Wilhelm, Schriftsteller und Politiker (1819-1904). Eigenh. Brief mit U.Frankfurt a. M., 8 Oct 1868.

Gemäß einem zeitgenöss. Bleistiftvermerk von fremder Hand am unteren Rand von Bl. 2 verso an "Frau Minna Grosser bei Ueberreichung seines Lustspiels "Durch's Ohr": "Nicht vergessen habe ichs, verehrte Frau, daß ich Ihnen seit mehr als einem halben Jahre eine Antwort schuldig bin auf Ihre freundlichen und warm empfundenen Zeilen. Aber die nur fünfmonatliche Sommerfrist [...] war in diesem Jahr so über alle Maaßen in Anspruch genommen, daß ich erst jetzt [...] endlich dazu gelange, Ihnen meinen herzlichsten Dank zu sagen. Ihrer lebhaften u. schönen Theilnahme an meiner Poesie eingedenk hoffe ich, daß es Ihnen einiges Vergnügen machen werde, das beikommende Lustspiel zu lesen u. als Wiener Andenken an d. Verfasser Ihrer Bibliothek einzuverleiben [...]".

1843 wegen seiner Schriften und Reden für politische Freiheit aus Berlin ausgewiesen, ließ sich Jordan in Leipzig nieder, gab 1845/46 die Zeitschrift 'Die beflissene Welt' heraus, mußte aber auch Sachsen wegen seiner politischen Gesinnung verlassen und ging als Korrespondent der 'Bremer Zeitung' nach Paris. "Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er in die Deutsche Nationalversammlung gewählt. Hier schloß er sich erst der Linken, dann der Erbkaiserlichen Partei an, plädierte für ein deutsches Reich unter preußischer Führung und war zuletzt Marinerat im Reichshandelsministerium" (DBE). Sein Werk umfasst neben eigenen Schauspielen und Romanen zahlreiche Übersetzungen von Shakespeare, Homer und Sophokles.

Ohne das erwähnte Lustspiel.

Eckenstein, J., Sprachlehrer (geb. 1800). Eigenh. Brief mit U.Zittau, 1 Nov 1828.

An den Buchhändler J. G. Calve in Prag: "Aus den Verlagsartikeln habe ich ersehen, daß Sie sich auch mit literärischen Produkten neuer Sprachen abgeben. Ich nehme mir daher d. Freiheit Eur. Wohlgeb. mehrere Gegenstände zum Verlag zu offeriren: 1. Shakespeare's Merchant of Venice [...] 2. 48 Briefe der Lady Montague, geschrieben auf ihren Reisen in Europa, Asien u. Africa [...] 3. Athalie, Trauerspiel biblischen Gehalts von J. Racine [...] 4. Das Alpendörfchen, ein Ydyllenartiger deutscher Roman, worin ein Weltmeister Betrachtungen über d. Landleben anstellt [...] 5. Auch bin ich bereit eine Sammlung auserlesener Novellen u. Erzählungen herauszugeben, welche größtentheils nach englischen, französischen, spanischen und ital. Meistern bearbeitet sind.

Es sollte mir außerordentlich lieb sein, wenn Sie von dem einen od. d. and. meiner Werke Gebrauch machen könnten; was d. Honorar anbelangt, so würde ich für die fertigen oben angezeigten Manuskripte nicht mehr als 3 Thlr. pr. couv. für d. gedruckten Bogen verlangen [...]". Vermerkt sind weiters die einzelnen Merkmale von Eckensteins Bearbeitung bzw. der Werke selbst. Zum Autor, dem sich als Übersetzer betätigenden Sprachlehrer Eckenstein, der als Gymnasiallehrer in Zittau tätig war, vgl. DBA I 265,157.

Mit Ausriß durch Siegelbruch (Textverlust v. drei Worten).