Adler, Gusti, Privatsekretärin von Max Reinhardt (1890-1985). Korrespondenz von und an GA sowie Korrespondenz Dritter, darunter auch Manuskripte, Typoskripte, Visitenkarten, Billets, Kuverts u. dgl.

Verschiedene Orte, 1900-1984.

Darunter auch Manuskripte, Typoskripte, Visitenkarten, Billets, Kuverts u. dgl. Einzeln verlistet zu 450 Positionen. Zusammen ca. 1400 SS.

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Die vorliegende Korrespondenzsammlung enthält u. a. 6 Schreiben von Peter Altenberg, 1 von Richard Beer-Hofmann, 10 von Lili Darvas, 2 von Kasimir Edschmid, 13 von Anton Faistauer, 1 von Egon Friedell, 1 von Heinrich Friedjung, 1 von Hermann Hesse, 54 von Max Kalbeck, 1 von Alma Mahler-Werfel, 3 von Ernst Matray, 1 von Max Mell, 5 von Klementine Prinzessin Metternich-Sándor, 1 von Bella Paalen, 2 von Alfred Polgar, 1 von Erich Reiß, 74 von Ernst Schütte (Bühnenbildner, 1890-1951), 1 von Rudolph Slatin Pascha und 1 von Max Slevogt.

Sehr zahlreich ist die Korrespondenz mit Josef Maria Auchenthaller, von dem 92 Schreiben erhalten sind; daneben finden sich auch 29 von dessen Gattin Emma und 15 von ihrer mit nur 20 Jahren aus dem Leben geschiedenen Tochter Maria. In einem sehr aufschlussreichen, nur ein oder zwei Jahre vor ihrem Tod verfassten Typoskript schildert Gusti Adler, wie ihre Familie die des Malers kennengelernt und sie selbst sich als Backfisch mit 14 Jahren in den um 40 Jahre älteren Maler verliebt hatte.

Gusti Adler, 1890 in Brixen geboren, war die Tochter der Malerin Maria Adler und des Gutsbesitzers und späteren Journalisten Heinrich Adler, dem Bruder von Victor Adler, des Begründers der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei; ihre Schwester war die Künstlerin und Restauratorin Marianne Adler. Nach einer Ausbildung zur Bildhauerin bei Richard Kaufungen in Wien wechselte sie zu Malerei und Kunsthandwerk über und schrieb seit 1913 Artikel für das Feuilleton des "Wiener Fremdenblatts". Nach ihrer Übersiedlung nach Berlin schrieb sie unter dem Pseudonym Christoph Brandt für Wiener und Berliner Zeitungen und gab Schriften von Jean Paul und Georg Forster heraus.

Durch Vermittlung ihrer Jugendfreundin Helene Thimig lernte sie 1919 Max Reinhardt kennen und wurde wenig später für zwei Jahrzehnte dessen Privatsekretärin und, mehr noch, dessen rechte Hand, die nebst vielen privaten Dingen für Reinhardt auch einen Großteil von dessen Inszenierungen organisierte, vor allem bei den Salzburger Festspielen. 1939 folgte sie Reinhardt in die USA und arbeitete an dessen "Workshop for Stage, Screen and Radio" mit. Nach Reinhardts Tod im Oktober 1943 arbeitete sie bis zu ihrem 80. Lebensjahr in der Dokumentationsabteilung von Warner Bros. in Hollywood.

1946 erschien ihr Buch "Max Reinhardt - Sein Leben", 1980 folgte "… aber vergessen Sie nicht die chinesischen Nachtigallen". Gusti Adler verstarb 1985 in Hollywood.

Detaillierte Verlistung auf Anfrage erhältlich.